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Sorge um Einlagen: 

Sparer-Garantie lässt Info-Leitungen heiß laufen

10. Okt 2008 16:24
Die Finanzkrise beschäftigt die Verbraucherzentralen
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Das Versprechen der Kanzlerin scheint die Bankkunden nicht beruhigt zu haben. Im Gegenteil: Bei den Verbraucherzentralen klingeln permanent die Telefone. Dort kritisiert man die Informationspolitik der Kredithäuser.

Die sich zuspitzende Finanzkrise verunsichert Sparer und Anleger in Deutschland zusehends. Verbraucherschützer berichten von einem Anstieg der Nachfragen und kritisieren die Informationspolitik der Banken. Der Verband der Volksbanken verzeichnet einen Zulauf an neuen Kunden, bei den Sparkassen trifft dies nach Verbandsangaben nur auf einzelne zu. «Die Telefone laufen heiß», sagt Jutta Gelbrich, Leiterin der hessischen Verbraucherzentrale, über die vergangenen Tage. In den Wochen zuvor sei es noch recht ruhig geblieben. Viele hätten die von Kanzlerin Angela Merkel ausgesprochene Staatsgarantie nicht verstanden. «Für viele war nicht klar, für welche Anlageform und welche Institute das gilt», berichtet Gelbrich.

Die Staatsgarantie scheint die Verbraucher nicht beruhigt zu haben. Seither sei die Nachfrage nach Finanzberatung jedenfalls gestiegen, stellt Renate Janeczek, Sprecherin der Verbraucherzentrale Sachsen, fest. Auch Fragen nach der Haftung der Bank kämen auf, mancher Kunde erwäge offensichtlich auch rechtliche Schritte.

«Sehr, sehr viele Leute rufen an, die eine Beratung wünschen», bestätigt auch Marion Dinse, Sprecherin der Verbraucherzentrale in Berlin. Die Telefonzentrale wisse nicht mehr, wie sie die Anrufe bewältigen solle. «Viele Kunden kommen auch gar nicht durch.» Die Termine für ein persönliches Gespräch seien zumindest bis Ende November ausgebucht. Mit der gegenwärtigen Personalausstattung von einem Finanzberater sei die zunehmende Flut nicht mehr zu bewältigen, klagt Dinse. «Sind meine Ersparnisse sicher?», lautete eine häufig gestellte Frage in den vergangenen Tagen, wie die Verbraucherzentrale in Sachsen-Anhalt mitteilte.

Auf Verbraucher wird nicht zugegangen

Die Verunsicherung sei groß. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen macht auch die Banken für die Unsicherheit der Sparer und Anleger verantwortlich. «Wir wissen aus Anrufen von Verbrauchern, dass in vielen Fällen die Informationspolitik schlecht ist», sagt Finanzexpertin Dorothea Mohn. «Wir haben nicht den Eindruck, dass aktiv auf die Verbraucher zugegangen wird.»

Man tue alles, um die Kunden zu informieren, sagt dagegen Christian Lipicki, Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken. «Das Informationsbedürfnis ist riesengroß.» Auf der Internetseite bankenverband.de könne sich jeder informieren, ob seine Bank über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus auch im zusätzlichen Sicherungsfonds der Privatbanken sei und wie hoch die Sicherungsgrenze der Bank sei. «Die Kunden haben seit ein paar Tagen einen erhöhten Informationsbedarf», bestätigt auch Steffen Steudel, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Antworten bei Verbraucherzentralen

Allerdings gebe es keinen Ansturm auf die Filialen. «Wir klären vor Ort auf», sagt Steudel. Außerdem kämen neue Kunden in die Volksbanken, viele Altkunden schichteten Erspartes auf Anlagen um, die sie offensichtlich für sicherer hielten. Auch Sparkassen registrieren in diesen Tagen Zuwächse bei den Einlagen, wie der Präsident des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbands, Thomas Mang, der «Neuen Osnabrücker Zeitung», sagte. «Es gibt offensichtlich einen höheren Einlagenzufluss bei einigen großen Sparkassen,» bestätigte Stefan Marotzke, Sprecher des Deutschen Giro- und Sparkassenverbands.

Dies sei aber kein bundesweiter Trend. «Es gibt keinen Run auf die Sparkassen, weder von Kunden, die ihr Geld anlegen wollen, noch von Kunden, die verunsichert sind,» sagte Marotzke. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat Antworten auf häufige Fragen auf ihre Internetseite vzsa.de gestellt, die Zentrale in Sachsen bietet unter verbraucherzentrale-sachsen.de ebenfalls solche Antworten und ein Faltblatt zur Einlagensicherung an. (AP)

 
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