Porträt von Georg Funke:
Sanierer scheitert an seinem größten Coup
07.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Gestartet war das Hypo Real Estate im Jahr 2003, als die Hypovereinsbank ihr Geschäft mit der Finanzierung von Gewerbeimmobilien abspaltete. Viele Experten gaben dem neuen Gebilde nur wenige Chancen. Die Hypovereinsbank habe sich von Immobilien-Altlasten befreit, mit denen die Hypo Real Estate nun leben müsse, hieß es damals. Mit ruhiger Hand und ohne große Worte leitete Funke dennoch die Wende ein. Weitgehend unbeobachtet von der Öffentlichkeit sanierte er das Geschäft und lieferte jahrelang gute Zahlen.
Im vergangenen Jahr holte Funke dann zum ganz großen Schlag aus: Für mehr als fünf Milliarden Euro übernahm die Hypo Real Estate den Staatsfinanzierer Depfa. Ausgerechnet Funkes größter Coup wurde ihm durch die Finanzkrise nun zum Verhängnis, da die Depfa in finanzielle Nöte geriet und damit das milliardenschwere Hilfspaket nötig wurde.
Während seines gesamten Berufslebens hat sich Funke mit Immobilien beschäftigt. Seine Laufbahn startete der Familienvater und Hobby-Fotograf 1972 bei der Westdeutsche Wohnhäuser AG in Essen. 1984 wechselte er zur damaligen Hypo-Bank, bei der er fünf Jahre später Co-Leiter der Niederlassung London wurde.
Nach der Fusion mit der Bayerischen Vereinsbank zur Hypovereinsbank 1998 übernahm Funke die Leitung des Immobilienbereichs in Großbritannien. Zwei Jahre später rückte er in den Bereichsvorstand der Real Estate International bei der HVB und kurze Zeit später in den Vorstand der HVB Real Estate Bank auf. Mitte 2003 rückte er an die Spitze der Hypo Real Estate. (dpa)

