Porträt von Georg Funke: 

netzeitung.deSanierer scheitert an seinem größten Coup

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Funke musse im Zuge der Finanzkise seinen Chefposten aufgeben (Foto: Hypo Real Estate<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Funke musse im Zuge der Finanzkise seinen Chefposten aufgeben
Foto: Hypo Real Estate
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit der Abspaltung von der Hypovereinsbank leitete er zunächst mit Erfolg die Hypo Real Estate. Dann kaufte Funke eine Bank hinzu, was ihm in der Finanzkrise zum Verhängnis wurde.

Jahrelang war Georg Funke einer der unauffälligsten Manager in der deutschen Finanzbranche. Heimlich, still und leise hatte er den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate vor knapp drei Jahren in den Deutschen Aktienindex Dax geführt. Große Auftritte waren dem bodenständigen Gelsenkirchener schon immer fremd, er ließ lieber die Zahlen sprechen.

Anfang des Jahres brachte sich der 53-Jährige dann erstmals Probleme ein, als er völlig überraschend Belastungen durch die Finanzkrise einräumte und den Aktienkurs damit auf Talfahrt schickte.

Gestartet war das Hypo Real Estate im Jahr 2003, als die Hypovereinsbank ihr Geschäft mit der Finanzierung von Gewerbeimmobilien abspaltete. Viele Experten gaben dem neuen Gebilde nur wenige Chancen. Die Hypovereinsbank habe sich von Immobilien-Altlasten befreit, mit denen die Hypo Real Estate nun leben müsse, hieß es damals. Mit ruhiger Hand und ohne große Worte leitete Funke dennoch die Wende ein. Weitgehend unbeobachtet von der Öffentlichkeit sanierte er das Geschäft und lieferte jahrelang gute Zahlen.

Nach der Abspaltung verordnete Funke der Bank eine Konzentration auf die Wachstumsmärkte im Ausland. In Deutschland wurde eine Zeit lang jedes Neugeschäft eingestellt, bis das Portfolio bereinigt war.

Im vergangenen Jahr holte Funke dann zum ganz großen Schlag aus: Für mehr als fünf Milliarden Euro übernahm die Hypo Real Estate den Staatsfinanzierer Depfa. Ausgerechnet Funkes größter Coup wurde ihm durch die Finanzkrise nun zum Verhängnis, da die Depfa in finanzielle Nöte geriet und damit das milliardenschwere Hilfspaket nötig wurde.

Während seines gesamten Berufslebens hat sich Funke mit Immobilien beschäftigt. Seine Laufbahn startete der Familienvater und Hobby-Fotograf 1972 bei der Westdeutsche Wohnhäuser AG in Essen. 1984 wechselte er zur damaligen Hypo-Bank, bei der er fünf Jahre später Co-Leiter der Niederlassung London wurde.

Nach der Fusion mit der Bayerischen Vereinsbank zur Hypovereinsbank 1998 übernahm Funke die Leitung des Immobilienbereichs in Großbritannien. Zwei Jahre später rückte er in den Bereichsvorstand der Real Estate International bei der HVB und kurze Zeit später in den Vorstand der HVB Real Estate Bank auf. Mitte 2003 rückte er an die Spitze der Hypo Real Estate. (dpa)