Reaktion auf Finanzdesaster:
Chef der Hypo Real Estate gibt auf
07. Okt 2008 14:16, ergänzt 19:57
 |  Die Finanzkrise bringt Funke um seinen Job | Foto: AP |
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Zahlreiche Politiker hatten seinen Rücktritt gefordert, nachdem sein Unternehmen ein zweites Mal nur mit Hilfe von Milliarden-Bürgschaften des Staates gerettet werden konnte. Nun hat Vorstandschef Funke die Konsequenzen gezogen. Ein Nachfolger steht auch schon fest.
Der Vorstandsvorsitzende des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate, Georg Funke, tritt zurück. Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat habe er seine Mandate mit sofortiger Wirkung niedergelegt, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Funke war im Zusammenhang mit der Schieflage der Hypo Real Estate (HRE) scharf kritisiert worden.
Nachfolger wird der Deutsche-Bank-Manager Axel Wieandt werden. Das bestätigte das Unternehmen am Dienstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung. Wieandt gilt in der deutschen Bankenszene als hervorragend vernetzt. Er ist einer der wichtigsten Berater von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Schwager von Commerzbank-Chef Martin Blessing.
Vor allem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte scharfe Kritik geäußert und eine weitere Zusammenarbeit mit dem alten Management abgelehnt. Der Rücktritt Funkes galt damit in Finanzkreisen als sicher.
In der Nacht zum Montag hatten sich Regierung und Finanzwirtschaft nach einer Zitterpartie um das Überleben des Konzerns auf ein neues Rettungspaket für den Immobilienfinanzierer geeinigt, nachdem der erste Hilfsplan Ende vergangener Woche gescheitert war. Insgesamt beläuft sich das neue Rettungspaket für die HRE-Gruppe auf 50 Milliarden Euro. (nz/dpa)