Nachrichten-Ticker:
Die Finanzkrise - Überblick vom 7. Oktober
07. Okt 2008 11:39, ergänzt 08. Okt 2008 08:51
 |  Die Finanzkrise trifft viele | Foto: AP |
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Neueste Nachrichten zur Krise des Finanzmarkts +++ Neueste Nachrichten zur Krise des Finanzmarkts +++ Neueste Nachrichten zur Krise des Finanzmarkts +++
7. Oktober 2008
Spanien stellt 30-Milliarden-Euro-Paket bereit
Spanien will den Finanzsektor des Landes mit 30 Milliarden Euro unterstützen. Das teilte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero am Dienstag mit. Zuvor hatten bereits die EU-Staaten wichtigen Banken das Überleben und den Sparern eine Mindestsicherung ihrer Einlagen von 50.000 Euro garantiert. (AP)
IWF rechnet mit 1,4 Billionen Dollar Verlust
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet inzwischen mit 1,4 Billionen Dollar (1,03 Billionen Euro) Verlusten durch die Finanzkrise und damit weit mehr als bislang befürchtet. Da der Höhepunkt der Kreditausfälle noch bevorstehe und angesichts der jüngsten Verschärfung der Krise an den Märkten sei ein Anstieg der zu erwartenden Einbußen wahrscheinlich, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten IWF-Bericht zur Stabilität der globalen Finanzmärkte. Im April hatte der Fonds die vermuteten Gesamtverluste durch die Krise noch auf 945 Milliarden Dollar beziffert.
Das Vertrauen in die globalen Finanzinstitutionen und -märkte sei «auf das Schwerste erschüttert», hieß es in dem Bericht. Die Belastungen des weltweiten Finanzsystems ließen erwarten, dass sich der globale Abschwung beschleunige und eine Erholung hemme. Nach Berechnungen des IWF benötigten internationale Großbanken über die nächsten Jahre etwa 675 Milliarden Dollar an Kapitalspritzen, um ein moderates Wachstum des privaten Kreditsektors zu gewährleisten. Der Währungsfonds und die Weltbank kommen an diesem Wochenende in Washington zu ihrer Jahrestagung zusammen. Zudem treffen sich am Freitag die Finanzminister der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) in der US-Hauptstadt. (dpa)
Europäische Zentralbank weitet Geldversorgung kräftig aus
Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt angesichts der Finanzkrise weiter kräftig Geld in das Finanzsystem. In einem regulären Refinanzierungsgeschäft wurden am Dienstag 250 Milliarden Euro an die Banken ausgeliehen, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.In der Vorwoche lag das Volumen des jeweils sieben Tage laufenden Geschäfts noch bei 190 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Zinssatz betrug 4,99 Prozent nach 4,96 Prozent in der Vorwoche.
Da sich die Banken angesichts der Unsicherheiten untereinander kaum noch Geld leihen, springt die Notenbank als Helfer ein. Dabei liegen die Zinssätze allerdings deutlich über dem Leitzins der EZB von derzeit 4,25 Prozent. (dpa)
Bank of America mit Gewinneinbruch
Der US-Finanzkonzern Bank of America verschafft sich nach einem schweren Gewinneinbruch eine massive Kapitalspritze und halbiert die Dividende. Der Überschuss fiel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Drittel auf 1,18 Milliarden Dollar. Über neue Aktien sollen mindestens zehn Milliarden Dollar in die Kasse kommen. Die Bank steuerte bisher im Vergleich zur Konkurrenz noch relativ gut durch die Kreditkrise, stellt sich nun aber auf eine «längere und schmerzhaftere» Rezession ein als gedacht.Der Gewinnrückgang fiel weit drastischer aus als von Analysten erwartet. Die Experten werten dies als äußerst schlechtes Signal für die eben angelaufene Berichtssaison: Die US-Unternehmen legen seit dieser Woche ihre Zahlen für das vergangene Quartal vor. «Dies sind die schwierigsten Zeiten in meinen 39 Jahren in der Branche», sagte der Chef der Bank of America, Kenneth Lewis, am Montag nach US-Börsenschluss am Sitz in Charlotte (North Carolina). (dpa)
Britische Banken dementieren BBC-Bericht über Kapitalspritzen
Mehrere britische Banken haben am Dienstag einen Medienbericht über ein Hilfegesuch an das britische Finanzministerium dementiert. Sowohl Barclays als auch Royal Bank of Scotland (RBS) wollen eigenen Darstellungen zufolge kein Kapital von der Regierung gefordert haben. Sie reagierten damit auf einen Bericht des britischen Fernsehsenders BBC. Danach hätten neben Barclays auch die Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds TSB Group der britischen Regierung signalisiert, dass sie schneller Geld von der Regierung benötigen könnten als zunächst erwartet. Lloyds äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Die britische Großbank HBOS hat die britische Regierung Kreisen zufolge bislang ebenfalls nicht um Kapital gebeten. Die britische Regierung teilte am Dienstag mit, man tue alles Notwendige, um das Banksystem zu unterstützen und spekuliere nicht über mögliche Optionen einer Politik. (dpa)
US-Zentralbank erwägt weitere Hilfen
Angesichts der anhaltenden Unruhe auf den internationalen Finanzmärkten erwägt die US-Zentralbank weitere Hilfsmaßnahmen. Wie US-Medien am Dienstag berichteten, plant die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) unter anderem «große Mengen» ungesicherter, kurzfristiger Schuldtitel aufzukaufen. Eine weitere Option seien weitere Zinssenkungen, berichtete die «Washington Post». (dpa)
Sparkassen gewinnen Kunden
Angesichts der Finanzmarktkrise scheinen sich immer mehr Verbraucher den Sparkassen zuzuwenden. Allein in der vergangenen Woche verzeichnete die Sparkasse Düsseldorf 80 Millionen Euro zusätzliche Einlagen, wie Unternehmenssprecher Gerd Meyer am Dienstag sagte. (AP)
Dax sackt ins Minus
Belastet von Kursverlusten der Finanzbranche hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag bis zum Mittag seine frühen Gewinne eingebüßt. Zuletzt fiel der Index um 0,12 Prozent auf 5380,62 Punkte. Der MDax verlor gar 2,10 Prozent auf 6003,11 Zähler. Der Tec-Dax büßte 2,41 Prozent auf 589,63 Punkte ein. (dpa)
Panik erfasst südamerikanische Börsen
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hat die Panik an den Finanzmärkten auch Südamerika erfasst. An der Börse von Buenos Aires sackte der Merval-Index am Montag zeitweise um mehr als 11 Prozent ab. Noch größer waren die Turbulenzen im brasilianischen São Paulo: Dort sausten die Aktienkurse gemäß dem Bovespa-Index sogar um 15 Prozent in die Tiefe. Zu Börsenschluss betrugen die Verluste der Aktionäre an Südamerikas größten Finanzplätzen im Durchschnitt 5,9 beziehungsweise 5,5 Prozent. (epd)
Einbruch von Banken-Titel an Londoner Börse
Nach dem Schwarzen Montag an der Londoner Börse mit einem drastischen Einbruch des Leitindex FTSE 100 haben am Dienstag zu Handelsbeginn Bankentitel erneut stark verloren. Im frühen Handel ging die Aktie der Royal Bank of Scotland (RBS) kurzzeitig um 39 Prozent zurück. Auch die Großbanken Lloyds TSB (minus 20 Prozent) und HBOS (minus 18) gehörten am Vormittag zu den größten Verlierern. Bereits am Vortag war RBS neben anderen Bankentiteln mit einem Minus von 20 Prozent am stärksten von dem Einbruch betroffen. Am Montag war der Leitindex FTSE 100 um fast 8 Prozent eingebrochen. Das war der stärkste prozentuale Verlust an einem Tag seit 1987. (dpa)
Goldpreis steigt
Die Finanzkrise hat den Goldpreis an der Rohstoffbörse in London auch am Dienstag deutlich in die Höhe getrieben. Mit der neuerlichen Schwäche an den Aktienmärkten kletterte der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) in der Spitze bis auf 883,10 US-Dollar. Zuletzt kostete eine Feinunze noch 878,90 Dollar und damit gut 23 Dollar mehr als am Vortag. Im September hatte eine Unze zeitweise weniger als 750 Dollar gekostet. Experten begründeten den Preisanstieg des Edelmetalls mit der Sorge der Anleger vor einer weiteren Zuspitzung der Finanzmarktkrise. (dpa)
Finanzkrise trifft SAP hart
Die Zuspitzung der Finanzkrise bereitet auch dem größten europäischen Softwareunternehmen SAP Probleme. Vorstandssprecher Henning Kagermann sagte am Montagabend in Walldorf bei Heidelberg, die Entwicklung der Finanzmärkte in den letzten Wochen sei für viele Unternehmen dramatisch und beunruhigend. «Diese Sorgen führten zu einem sehr abrupten und unerwarteten Abschwung unseres Geschäftes unmittelbar vor Ende des dritten Quartals.» Die Geschäftszahlen lägen unter den Erwartungen. Im dritten Quartal seien die um einmalige Akquisitionseffekte bereinigten Software- und softwarebezogenen Servieceerlöse um 16 bis 17 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf einen Wert zwischen 2,01 und 2,02 Milliarden Euro gestiegen. Kagermann sagte weiter: «Im Verlaufe des dritten Quartals waren wir zunächst sehr zuversichtlich, unsere Erwartungen erfüllen zu können». Leider habe sich das Unternehmen den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, wie sie seit der zweiten Septemberhälfte die Märkte erfasste, dann aber nicht entziehen können. (AP)