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BNP Paribas springt ein: 

Franzosen retten Fortis

06. Okt 2008 13:46
Fortis-Chef Filip Dierckx
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Im zweiten Anlauf ist die Rettung der angeschlagenen Finanzgruppe Fortis nun doch gelungen. Die französische Großbank BNP Paribas übernimmt die Fortis-Geschäfte in Luxemburg und Belgien.

Die französische Bank BNP Paribas übernimmt nach der Teilverstaatlichung des angeschlagenen Finanzinstituts Fortis für 14,5 Milliarden Euro die Kontrolle über deren Geschäfte in Belgien und Luxemburg. Das teilte die Bank am Montagmorgen in Paris mit. Im Gegenzug steigt Belgien mit 11,6 Prozent und Luxemburg mit 1,1 Prozent bei der BNP ein.

Den Angaben zufolge übernimmt die BNP 75 Prozent der belgischen Fortis-Filiale, während 25 Prozent unter der Kontrolle der belgischen Regierung bleiben, die damit über eine Sperrminorität verfügt. In Luxemburg übernimmt Fankreichs größte Bank 66 Prozent der Anteile.

Damit wird BNP eigenen Angaben nach zur führenden Bank im Privatkundengeschäft in Belgien und Luxemburg. Die Franzosen erhalten damit die Kontrolle über ein Netz von 1500 Fortis-Filialen in insgesamt sechs Ländern, darunter auch Deutschland. Zudem übernimmt BNP das Versicherungsgeschäft von Fortis.

«Beste Lösung für die Kunden»

Fortis-Chef Filip Dierckx sagte, angesichts des «extrem schwierigen Umfelds» sei dieser Schritt «die beste Lösung für unsere Kunden und für alle Beteiligten». Fortis-Finanzchef Gilbert Mittler sprach von einer «sehr schmerzhaften und außergewöhnlich schwierigen Entscheidung». «Aber in dem aktuellen Marktumfeld, in dem der gesamte Finanzsektor getroffen worden ist, gab es keine andere Wahl.» BNP Paribas sei die größte Bank der Eurozone.

BNP Paribas hatte bereits Ende September ein Angebot vorgelegt, das abgelehnt worden war. Der belgische Staat hatte am Freitag einer Trennung vom niederländischen Fortis-Teil zugestimmt. Gemeinsam mit den Niederlanden und Luxemburg hatte Belgien vor einer Woche zunächst 11,2 Milliarden Euro aufgebracht, um jeweils 49 Prozent des Kapitals der jeweiligen Fortis-Bankgesellschaften zu erwerben. Am Freitag dann hatten die Niederlande 16,8 Milliarden Euro gezahlt, um Fortis Niederlande einschließlich der ein Jahr vorher erworbenen niederländischen Großbank ABN Amro zu kaufen.

Spannungen zwischen Belgien und Luxemburg

Während des gesamten Wochenendes hatten sich Belgien und Luxemburg um einen Käufer für Fortis bemüht. Auch eine vollständige Verstaatlichung galt vorübergehend als möglich. BNP Paribas ist die größte französische Bank und wies Ende Juni einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro aus. Das Unternehmen beschäftigt knapp 170.000 Mitarbeiter in rund 85 Ländern.

Am Wochenende wurden Spannungen zwischen den Regierungen in Brüssel und Den Haag deutlich. Belgiens Premier Yves Leterme teilte mit, die belgische Regierung habe seit der ersten Rettungsaktion über die Zentralbank 45 Milliarden Euro Kredite einräumen müssen, um den Zusammenbruch der Großbank zu verhindern.

Die bei der ersten Rettungsaktion bereitgestellten 11,2 Milliarden Euro seien innerhalb weniger Tage «verdampft», schrieb die belgische Zeitung «De Standaard». Schuld daran seien zahlreiche niederländische Großkunden gewesen, die trotz der 49-prozentigen Anteilsübernahme durch die drei Regierungen ihr Geld abgezogen hätten. Belgische Kunden seien hingegen Fortis treugeblieben. (nz/dpa)

 
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