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Unternehmen gesteht: 

17 Millionen Kundendaten bei T-Mobile gestohlen

04. Okt 2008 11:15
Zentrale von T-Mobile in Bonn
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Zwar waren keine Bankverbindungen betroffen, aber die Geheimnummern von vielen Prominenten dürften Kriminelle interessiert haben. Die Telekom glaubt jedoch, dass die Daten nicht weitergegeben wurden.

Ein neuer gewaltiger Datenschutz-Skandal erschüttert die Telekom. Der Mobilfunksparte T-Mobile wurden mehr als 17 Millionen Kundenstammdaten entwendet, teilte der Konzern in Bonn am Samstag mit und bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel». Der Diebstahl, der auch die geschützten Daten vieler Prominenter betraf, habe sich bereits im Jahr 2006 ereignet. Damals sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. «Recherchen im Internet und in Datenbörsen ergaben über Monate keine Anhaltspunkte, dass die Daten im Schwarzmarkt weitergegeben oder angeboten wurden. Deshalb ging der Konzern davon aus, dass keine Weitergabe der Daten erfolgte», berichtete ein Telekom-Sprecher.

Offensichtlich habe sich aber «Der Spiegel» durch Dritte Zugang zu den Daten verschaffen können, hieß es bei der Telekom weiter. «Dass dieser Fall aus 2006 uns erneut beschäftigt, trifft uns sehr», sagte Philipp Humm, Geschäftsführer T-Mobile Deutschland laut einer Unternehmensmitteilung. «Wir gingen bisher davon aus, dass diese Daten im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in vollem Umfang sichergestellt wurden.» Die Telekom betonte, dass die Datensätze keine Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder Verbindungsdaten enthalten. Jedoch seien neben Name und Anschrift die Mobilfunknummer, teils das Geburtsdatum und in einigen Fällen auch die E-Mail-Adresse in den Datensätzen zu finden, so die Telekom.

Auf dem Datenträger finden sich laut «Spiegel» nicht nur viele Prominente aus Kultur und Gesellschaft wie Hape Kerkeling oder Günther Jauch, sondern auch eine große Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern, Milliardären und Glaubensvertretern, für die eine Verbreitung ihrer Kontaktdaten in kriminellen Kreisen eine Bedrohung ihrer Sicherheit darstellen würde.

Keine Hinweise auf Belästigungen

Die Konzernsprecherin der Telekom bestätigte, dass das Unternehmen nach Bekanntwerden der «Spiegel»-Recherchen in der zu Ende gehenden Woche auch das Bundesinnenministerium eingeschaltet hat. Nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins hat dieses daraufhin das Bundeskriminalamt beauftragt, Gefährdungsanalysen für von dem Datendiebstahl betroffene Politiker und Wirtschaftsführer zu erstellen. Die Telekom-Sprecherin betonte jedoch, sie habe keine Hinweise darauf, dass die Datensätze 2006 oder danach tatsächlich unerlaubt von Dritten für Belästigungen oder anderweitig genutzt worden seien. (dpa/AP)

 
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