02.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Foto: Arriva Deutschland GmbH
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zwar steht auf den Zügen auch «Arriva», doch der britische Verkehrsdienstleister setzt in Deutschland vor allem auf seine zugekauften Marken, etwa «Metronom» oder «Vogtlandbahn».
Hunderte sitzen in Deutschland täglich in einem Zug oder Bus von Arriva Deutschland, doch eher wenigen ist der Verkehrsanbieter unter diesem Namen bekannt. Zwar ist Arriva nach Veolia Verkehr der zweitgrößte private Konkurrent der Deutschen Bahn, doch Kunden kennen namentlich eher die einzelnen Gesellschaften, die Arriva im Lauf der vergangenen viereinhalb Jahre aufgekauft hat, beziehungsweise die regionalen Marken.
Dazu gehören beispielsweise die Regentalbahn, die den «Vogtland-Express» zwischen Plauen, Chemnitz und Berlin betreibt, oder die Osthannoversche Eisenbahnen AG, die unter der Marke «Metronom» Nahverkehr in Norddeutschland anbietet. Arriva ist ein junger Anbieter am deutschen Markt. Erst 2003 gründete der britische Konzern, der in seinem Heimatmarkt schon seit vielen Jahren im Bahn- und Busverkehr aktiv ist, seine deutsche Tochter.
2004 stieg Arriva mit dem Erwerb der Prignitzer Eisenbahn und der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) in den hiesigen Markt ein. 2005 folgte der Start im deutschen Busmarkt mit dem Kauf des größten privaten Busunternehmens in Deutschland, der hessischen Autobus Sippel GmbH. Mit der Strategie, etablierte Firmen zu übernehmen, will sich Arriva von den Wettbewerbern unterscheiden man profitiere von der langjährigen Erfahrung der einzelnen Gesellschaften vor Ort, argumentiert die Unternehmensleitung.
Inzwischen kommt Arriva in Deutschland auf jährlich fast 30 Millionen Zugkilometer und gut 50 Millionen Buskilometer. Der Schwerpunkt liegt dabei einerseits auf Niedersachsen/Bremen/Hamburg und andererseits auf Ostdeutschland und Bayern. Darüber hinaus besitzt Arriva ein Netz von rund 550 Kilometern eigener Schienenstrecke. Hinzu kommt Busverkehr im Rhein-Main-Gebiet und im Münsterland.
Im vergangenen Jahr erzielte Arriva Deutschland mit etwa 3000 Mitarbeitern einen Umsatz von 318 Millionen Euro. Das starke Wachstum erzielt durch Zukäufe 2007 spiegelt sich im kräftigen Umsatzanstieg wider: 2006 lagen die Erlöse noch bei 178 Millionen Euro.
Mit dem Erwerb weiterer Unternehmen sowie dem Zuschlag bei weiteren Ausschreibungen im Regionalverkehr will Arriva Deutschland auch in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Dabei bleibt das Passagiergeschäft Kernbereich. Der Güterverkehr der in erster Linie von der Tochter Osthannoverschen Eisenbahnen AG betrieben wird erzielt gerade einmal etwa vier Prozent des Umsatzes.
Der Gesamtkonzern Arriva ist heute in zwölf europäischen Ländern aktiv, darunter die Niederlande, Dänemark, Schweden, Spanien und Portugal. Mit mehr als 39.000 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern insgesamt einen Jahresumsatz von über 2,5 Milliarden Euro und zählt damit zu den größten Verkehrsdienstleistern des Kontinents. (nz)