Branchenführer wird größter Anteilseigner: 

netzeitung.deDeutsche Bank macht Postbank-Deal perfekt

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Zentrale der Postbank (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zentrale der Postbank
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Knapp 30 Prozent der Postbank sind bald Eigentum der Deutschen Bank. Der Branchenprimus sichert sich damit den Zugang zu mehr als 14 Millionen Privatkunden.

Es ist offiziell: Die Deutsche Bank steigt bei der Postbank ein. Der Mutterkonzern, die Deutsche Post, verkauft ein Aktienpaket von 29,75 Prozent an die größte deutsche Privatbank, wie beide Konzerne am Freitag in Pflichtmitteilungen für die Börse bekannt gaben. Dafür zahlt die Deutsche Bank 57,25 Euro je Aktie oder für das gesamte Paket insgesamt 2,79 Milliarden Euro in bar.

Mit dem Schritt wird die Deutsche Bank größter Einzelaktionär der Postbank. Der Einstieg wird im ersten Quartal 2009 vollzogen, vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichts- und Kartellbehörden sowie der Bundesregierung. Letztere gab schon ihr Okay: Wie Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Freitag in Nizza sagte, hat der Bund zwar ein Vetorecht bis zum 31. Dezember. «Wir werden diese Vetoposition nicht einlegen», fügte Steinbrück hinzu.
Ackermann plant Kapitalerhöhung
Zur Finanzierung plant die Deutsche Bank nach eigenen Angaben eine Kapitalerhöhung von bis zu zwei Milliarden Euro. Den Zeitpunkt dafür macht sie vom Marktumfeld abhängig. Über eine Zukaufsoption kann der deutsche Bankenprimus in den kommenden Jahren zudem seinen Anteil an der Postbank weiter ausbauen. So erhält die Deutsche Bank die Option von der Deutschen Post, frühestens nach einem Jahr ein weiteres Aktienpaket in Höhe von 18 Prozent an der Postbank für 55,00 Euro je Aktie zu erwerben.

Die Post ihrerseits erhält eine Verkaufsoption wegen eines möglichen Kursverfalls im Zuge der Finanzkrise: Sie kann ihren verbleibenden Postbank-Anteil von 20,25 Prozent plus einer Aktie zum Preis von 42,80 Euro je Aktie an die Deutsche Bank veräußern. Diese Option kann sie zwischen 21 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Verkaufs der Minderheitsbeteiligung an die Deutsche Bank ausüben.

Post-Aktionäre können sich wohl freuen
Beim Vertrieb von Immobilienfinanzierungen und Investmentprodukten wollen Deutsche und Postbank künftig eng zusammenarbeiten. Die Postbank ist mit rund 14,5 Millionen Kunden die größte Privatkundenbank in Deutschland. Die Deutsche Post wiederum will zumindest einen Teil des Verkaufserlöses eventuell an die Aktionäre ausschütten. Der Erlös sei zentraler Bestandteil der Überlegungen zur Ausschüttung an die Aktionäre, teilte die Deutsche Post mit. Sie will den Angaben zufolge noch in diesem Jahr darüber entscheiden. Vor allem angelsächsische Großinvestoren hatten immer wieder gefordert, die Postbank zu verkaufen und den Erlös an die Aktionäre auszuschütten.

Postchef Frank Appel erklärte, die Transaktion verschaffe der Postbank Stabilität und helfe, ihre Wachstumsziele zu erreichen. Die Deutsche Bank sei ein verlässlicher Partner. Zugleich könne sich die Post künftig noch stärker auf ihre weltweite Logistikkompetenz konzentrieren, fügte Appel hinzu. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wiederum gab sich am Freitag überzeugt vom Erfolg der Zusammenarbeit mit der Postbank. «Zusammen werden beide Institute unanfechtbarer Marktführer im deutschen Privatkundenmarkt», sagte Ackermann.

Die Postbank habe sich in den vergangenen Jahren vielversprechend entwickelt. «Trotz der Belastungen aus der Finanzkrise sind wir überzeugt, dass sich diese positive Dynamik fortsetzen wird», sagte Ackermann. Der Verkauf der Postbank ist der zweite große Deal in der deutschen Finanzwirtschaft binnen weniger Tage: Erst vorige Woche hatte die Commerzbank die Übernahme der Dresdner Bank bekannt gegeben. Mit der Entscheidung für die Deutsche Bank geht die spanische Großbank Santander leer aus, die sich ebenfalls um die Übernahme der Postbank beworben hatte. (nz)