Nach heftigem Protest:
Bahn verzichtet auf Bedienzuschlag
12.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Für die Bundesregierung, die noch 100-prozentiger Eigentümer der Bahn ist, hatte nach Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auch Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) auf einen Verzicht gedrängt.
«Es ist gut, dass dieser absurde Zuschlag vom Tisch ist», kommentierte der Verkehrsexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich. Das eigentliche Problem bleibe jedoch bestehen: die Monopolstellung der Deutschen Bahn im Fernverkehr. «Die Bahn braucht Konkurrenz, dann sinken die Preise und steigt der Service.»
Die DB nutze ihre Monopolstellung im Fernverkehr «konsequent» aus, meint der FDP-Politiker. So habe sie die Preise seit 2004 um fast 23 Prozent erhöht. Das habe weder etwas mit gestiegenen Lohnkosten noch mit höheren Energiekosten zu tun. Der Personalaufwand im Fernverkehr habe 2007 sogar unter der Summe von 2004 gelegen, und die Energiekosten für die Bahn seien nur moderat gestiegen, so Friedrich.

