Im Gegensatz zu anderen Autobauern ist Daimler nicht durch Großaktionäre geschützt. Bedeutendster Eigner ist das Emirat Kuwait mit lediglich 7,2 Prozent der Anteile. Die übrigen 92,8 Prozent des Grundkapitals werden unter Streubesitz geführt. Zudem hat das Papier im Laufe des letzten Jahres - auch wegen einer Gewinnwarnung - massiv an Wert verloren: Nachdem die Aktie im Februar noch deutlich über 55 Euro wert war, kostete sie am Freitag in Franfurt nur 39,68 Euro. Angesichts des niedrigen Aktienkurses und fehlender Großaktionäre wird immer wieder über eine mögliche feindliche Übernahme des Stuttgarter Konzerns spekuliert.
Um sich besser vor Angriffen zu schützen, wirbt der Daimler-Vorstand um ausländische Staatsinvestoren. «Ich habe keine Vorbehalte gegen Staatsfonds», zitierte die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» Daimler-Chef Dieter Zetsche. Ob Araber, Russen, oder auch Chinesen - alle Aktionäre seien willkommen.
Schon Anfang August hatten Spekulationen über einen möglichen Einstieg eines Finanzinvestors der Daimler-Aktie Auftrieb verliehen. Damals hatte es geheißen, ein ausländischer Finanzinvestor nehme den zweitgrößten deutschen Industriekonzern ins Visier. Rund 20 Prozent der Daimler-Anteile werden Schätzungen zufolge von Hedgefonds gehalten. Laut «Focus» taxieren Experten den Wert der Daimler-Nutzfahrzeugsparte auf 16 Milliarden Euro, insgesamt sei Daimler an der Börse derzeit rund 38 Milliarden Euro wert. (AP)