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Commerzbank-Chef zur Übernahme: 

Preis für Dresdner «nicht billig, aber fair»

06. Sep 2008 14:35
Der Aktienkurs dieses Hauses ist im Augenblick nicht gerade stabil
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Seit feststeht, dass sich die beiden Kreditinstitute zusammenschließen werden, ist der Aktienkurs der Commerzbank erheblich gesunken. Deren Chef allerdings betrachtet den Deal nicht als Fehler.


Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank Martin Blessing hat den Kaufpreis für die Dresdner Bank gegen Kritik von Analysten verteidigt. Der Preis von 9,8 Milliarden Euro sei «nicht billig, aber fair», sagte Blessing dem «Spiegel». Man müsse berücksichtigen, dass die Commerzbank im Wesentlichen mit eigenen Aktien bezahle und «fünf Milliarden Euro an Synergien realisieren» könne.

Die Kosten für den Umbau und den Stellenabbau seien dabei schon abgezogen. Seit die Übernahme der Dresdner Bank konkret wurde, befindet sich die Aktie der Commerzbank auf Talfahrt. Mitte August war sie noch mehr als 22 Euro wert gewesen. Seit Bekanntgabe des Zusammenschlusses am 31. August verlor das Papier jedoch mehr als 10 Prozent seines Werts, am Freitag kostete es nur noch 16,82 Euro. «Ein wenig überraschend ist es schon», kommentierte Blessing diese Entwicklung. Seine Geschäftspolitik sei aber an langfristigen Zielen orientiert.

Gegen Proporzdenken

Blessing rechtfertigte auch die Entscheidung, dass im Vorstand der neuen Bank nur noch ein Manager der alten Dresdner Bank vertreten sein wird: «Wir haben viele Integrationen gesehen, die schwierig wurden, weil der Vorstand aus reinem Proporzdenken paritätisch besetzt war», erklärte er. Den Angestellten der beiden Banken versprach Blessing aber einen «fairen und transparenten Prozess» beim Stellenabbau.

Weiter kündigte Blessing deutliche Einschnitte bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort an. «Wir werden den Eigenhandel, die Finanzierung von großen Firmenübernahmen und den Handel mit Krediten sehr stark reduzieren», sagte er. In manchen Bereichen wolle man allerdings auch «gemeinsam Gas geben, zum Beispiel bei Aktienderivaten und der Beratung von Firmenübernahmen im Mittelstand». Angebliche Kaufinteressenten für Dresdner Kleinwort kenne er nur aus der Presse, bisher habe ihn noch niemand angesprochen.

Aus kleinen Standorten Filialen machen

Die Commerzbank will nach der Übernahme den Sparkassen und Genossenschaftsbanken in großem Stil Mittelstandskunden abjagen. «Wir werden dort angreifen, wo Sparkassen und Volksbanken stark sind», sagte Firmenkundenvorstand Markus Beumer der «Welt am Sonntag». Derzeit kämen Commerzbank und Dresdner Bank bei kleinen Mittelständlern zusammen nur auf einen Marktanteil von etwa sechs Prozent. «Wir rechnen fest damit, hier den Marktanteil bis 2012 auf acht bis neun Prozent steigern zu können», erklärte er.

Trotz Jobabbau im Mittelstandsgeschaft will die Commerzbank auch räumlich näher an diese Kundengruppe heranrücken. «Wir werden in der Fläche präsenter sein», kündigte Beumer an. Die Mittelstandssparte der Commerzbank hat derzeit 83 Filialen und 144 kleinere Standorte, die Dresdner Bank deutlich weniger. «Wenn es sich rechnet, habe ich nichts dagegen, aus kleinen Standorten Filialen zu machen. Das können also deutlich über 100 werden», sagte Beumer. (AP)

 
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