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Schwieriges Marktumfeld: 

Post bläst Verkauf der Banktochter wohl ab

04. Sep 2008 10:56
Kreditkarte der Postbank in einem Portemonnaie
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Seit einigen Wochen sinkt der Postbank-Kurs. Damit würde der Bund als indirekter Mehrheitseigner beim Verkauf aber einen wenig akzeptablen Preis erzielen. Jetzt will man auf bessere Tage warten.

Nach dem Verkauf der Dresdner Bank blickten Branchenbeobachter mit Spannung nach Bonn – dort sitzt die Postbank, die als nächster heißer Kandidat gilt. Oder besser gesagt: galt. Denn der Chef des Mutterkonzerns Deutsche Post, Frank Appel, will den geplanten Verkauf der Banktochter offenbar abblasen.

Wie die «Financial Times Deutschland» unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, wird Appel den Verkaufsprozess in der kommenden Woche stoppen. Das «Handelsblatt» zitiert aus Regierungskreisen, ein schneller Verkauf sei angesichts des schlechten Marktumfeldes immer unwahrscheinlicher. Der Bund ist größter Aktionär der Post.

In der derzeitigen Marktlage wird bezweifelt, einen akzeptablen Preis für die Postbank zu erzielen. Deshalb dürfte der Verkauf verschoben werden, bis sich das Marktumfeld verbessert. Vor drei Monaten war die Postbank noch mehr als zehn Milliarden Euro wert. Seitdem ist der Aktienkurs deutlich gesunken: Derzeit ist die Postbank an der Börse mit insgesamt knapp 7,2 Milliarden Euro bewertet.

Politisch bedeutsam

Die Deutsche Post mit ist 50 Prozent plus eine Aktie größter Anteilseigner – damit ist ihr Paket derzeit etwa 3,6 Milliarden Euro wert. «Wenn die Post für ihre Bank nicht fünf Milliarden Euro erlösen kann, sollte der Verkauf abgeblasen werden», sagte Analyst Axel Funhoff von der ING-Diba der «FTD». In Regierungskreisen heißt es, die Bundesregierung habe kein Interesse daran, die Postbank unter Wert zu verkaufen.

Die Frage hat zudem politische Bedeutung. Dem Vernehmen nach ist die Deutsche Bank der einzig verbliebene Interessent für die Postbank. Andererseits hat sich die Bundespolitik stets einen zweiten deutschen Bankkonzern neben der Deutschen Bank gewünscht – dieser entsteht jetzt durch die Verschmelzung von Commerzbank und Dresdner Bank. Mit einer Übernahme der Postbank würde die Deutsche Bank aber den Abstand zur «neuen» Commerzbank wieder vergrößern.

Die Bundesregierung will sich zum Stand der Verkaufsverhandlungen nicht äußern. Doch dürfte laut «Handelsblatt» das Thema auf der Aufsichtsratssitzung der Post in der kommenden Woche Thema werden. (nz)

 
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