Tarifverhandlungen in der Metallindustrie: 

netzeitung.deDurchbruch bei der Altersteilzeit

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Metallarbeiter können sich auf weniger Arbeitszeit im Alter freuen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Metallarbeiter können sich auf weniger Arbeitszeit im Alter freuen
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Wie viele Arbeiter eines Betriebs dürfen kurz vor der Rente in Teilzeit arbeiten? Die Metall-Arbeitgeber wollten, dass es möglichst wenige sind, im Gegensatz zur Gewerkschaft. Nun einigten sie sich auf eine Quote.

Im monatelangen Streit über die Neugestaltung der Altersteilzeitregelungen für die Metall- und Elektroindustrie haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in Baden-Württemberg auf einen Pilotabschluss geeinigt. Das teilten beide Seiten nach Abschluss der achten Verhandlungsrunde am Mittwochabend in Sindelfingen mit. Laut IG Metall haben künftig noch bis zu vier Prozent der Beschäftigten Anspruch auf Altersteilzeit.

Der Tarifvertrag tritt am 1. Januar 2010 in Kraft. Die Neuregelung ist notwendig, weil Ende 2009 der Zuschuss der Bundesagentur für Arbeit wegfällt. Die Nürnberger Behörde fördert die Altersteilzeit bislang, wenn der Arbeitgeber die frei werdende Stelle mit einem Auszubildenden oder einem Arbeitslosen wiederbesetzt.

Künftig sollen höchsten 2,5 Prozent der Belegschaft eines Betriebes einen allgemeinen Anspruch auf Altersteilzeit haben, teilten die Tarifparteien in Sindelfingen mit. In Unternehmen, die Arbeitnehmer mit besonderen Belastungen beschäftigen, kann diese Quote auf 4 Prozent steigen.

Der Abschluss in Baden-Württemberg könnte auf die bundesweit insgesamt 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche übertragen werden. Der IG-Metall-Bezirk will bei der Sitzung seiner Großen Tarifkommission am Donnerstag das Verhandlungsergebnis beraten.

Die Verhandlungen waren nach der siebten Gesprächsrunde Ende Juni in Böblingen abgebrochen worden. Vor der Sommerpause hatte die IG Metall mit bundesweiten Warnstreiks ihre Forderung untermauert, wonach möglichst viele Arbeitnehmer einen Anspruch auf Altersteilzeit erhalten sollten. Die Arbeitgeber dagegen wollten den Kreis der Berechtigten auf besonders belastete Beschäftigte mit langer Betriebszugehörigkeit beschränken. Der Termin am Mittwoch galt als letzte Chance für eine Einigung vor der anstehenden Lohnrunde, die am Montag mit der Bekanntgabe einer Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstands in Frankfurt am Main Fahrt aufnimmt. (AP/dpa)