Chronologie: 

netzeitung.deGrößere Bankenübernahmen in Deutschland

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Finanzplatz Frankfurt am Main (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Finanzplatz Frankfurt am Main
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im deutschen Finanzgewerbe hat es in den vergangenen Jahren mehrere große Übernahmen und Fusionsversuche von Geschäftsbanken gegeben. Eine Übersicht.

1. September 1998:
Die neue Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG geht als zweitgrößtes deutsches Kreditinstitut an den Start. Sie entstand aus der Fusion der Hypobank und der Vereinsbank und weist eine Bilanzsumme von 860 Milliarden DM auf. Die Fusion ist die bis dahin größte in der deutschen Bankengeschichte. Die HypoVereinsbank wird Ende 2005 von der italienischen Großbank UniCredit übernommen.

9. März 2000:
Deutsche Bank und Dresdner Bank bestätigen die Pläne für eine Fusion als gleichberechtigte Partner. Nach dem Zusammenschluss hätte der größte Geldkonzern der Welt rechnerisch eine Bilanzsumme von 2,5 Billionen DM.

5. April 2000:
Das Scheitern der Fusionspläne der beiden Frankfurter Großbanken wird bekanntgegeben. Ein gewichtiger Streitpunkt war die Investmenttochter Dresdner Bank Kleinwort Benson.

26. Juli 2000:
Nachdem die Dresdner Bank und Commerzbank im Juni und Juli intensiv über eine Fusion verhandelten, platzen auch diese Verhandlungen überraschend. Als Grund werden offiziell Differenzen bei Bewertungsfragen angegeben.

1. April 2001:
Die Aufsichtsräte der Allianz und der Dresdner Bank genehmigen die Übernahme der Dresdner Bank AG durch den Münchner Versicherungskonzern für etwa 23 Milliarden Euro.

25. Oktober 2005:
Die Postbank übernimmt den Baufinanzierer BHW und rückt damit zum führenden deutschen Finanzdienstleister für Privatkunden auf. Der Erwerb von über 90 Prozent der Anteile kostet laut Postbank maximal 1,79 Milliarden Euro.

17. November 2005:
Die Commerzbank übernimmt Europas größten Immobilienfinanzierer Eurohypo und steigt damit zur zweitgrößten deutschen Bank auf. Der Kaufpreis beträgt 4,56 Milliarden Euro.

18. November 2005:
Mit dem kompletten Aktientausch ist die Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische Großbank UniCredit vollzogen. UniCredit wird bei der bisher größten Bankenübernahme in Europa für rund 19 Milliarden Euro erworben. Mittlerweile hält UniCredit etwas mehr als 95 Prozent der Anteile an der HVB und will die verbliebenen Aktionäre herausdrängen und die deutsche Tochter von der Börse nehmen.

20. Juni 2006:
Die Deutsche Bank kauft für 680,5 Millionen Euro die Berliner Bank und stärkt damit ihr Privatkunden-Geschäft.

11. Juli 2008:
Die Citibank Deutschland wird von der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel übernommen. Der Kaufpreis liegt bei 4,9 Milliarden Euro plus Gewinnanteil für das laufende Geschäftsjahr. Das Geschäft soll im vierten Quartal über die Bühne gehen.

31. August 2008:
Nach monatelangen Verhandlungen einigen sich Allianz und Commerzbank auf die Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank durch die Frankfurter für insgesamt 9,8 Milliarden Euro in zwei Schritten. Die Allianz soll am Ende mit 30 Prozent an dem neuen Institut beteiligt sein. Durch die Fusion sollen 9000 Vollzeitstellen wegfallen, davon allein 6500 in Deutschland. Bis Jahresende 2011 soll es aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

12. September 2008:
Die Deutsche Bank wird größter Einzelaktionär bei der Postbank. Der deutsche Branchenprimus kauft für fast 2,8 Milliarden Euro 29,75 Prozent an der gelben Bank und erhält die Option auf die restlichen Anteile des bisherigen Mehrheitsaktionärs Deutsche Post. Die Postbank ist mit ihren zuletzt 14,6 Millionen Kunden die größte Privatkundenbank in Deutschland. Kurzfristig sollen keine Stellen abgebaut und Filialen gestrichen werden. (dpa)