Prognose revidiert:
Konjunktur verpasst Bertelsmann einen Dämpfer
28.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Im ersten Halbjahr hatte Bertelsmann seine Clubgeschäfte in Nordamerika verkauft und die Trennung von der Musiksparte Bertelsmann Music Group (BMG) sowie einigen kleineren Clubgeschäften in Europa angekündigt. Die veröffentlichten Zahlen sowie der Vorjahresvergleich beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäften der fünf Sparten Fernsehen (RTL Group), Industrie- und Dienstleistungen (Arvato), Zeitschriften (Gruner + Jahr), Buchverlage (Random House) sowie den Rest der Clubgeschäfte in Europa (Direct Group).
Für das Gesamtjahr befürchtet der Vorstand jedoch beim operativen Gewinn Werte «leicht» unter denen des Vorjahres, wie Finanzchef Thomas Rabe sagte. Im Mai hatte Bertelsmann noch bekannt gegeben, das operative Ergebnis werde zum Jahresende auf oder sogar über dem Niveau von 2007 liegen. Ostrowski sagte, vor allem im Juni und Juli hätten die konjunkturellen Schwierigkeiten in Westeuropa und Nordamerika zu einer spürbaren Abschwächung des Geschäfts geführt.
Gleichwohl will Bertelsmann wieder Akquisitionen ins Auge fassen. So ist der Konzern bereit, bis zu 15 Prozent seiner Anteile an der börsennotierten Fernsehsparte RTL Group für einen Zukauf im TV-Geschäft einzusetzen. Bertelsmann werde aber weiter eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75 Prozent der RTL-Anteile halten, sagte Rabe. Derzeit ist Bertelsmann im Besitz von mehr als 90 Prozent der RTL-Aktien. RTL ist mit Abstand der größte Umsatz- und Gewinnbringer des Konzerns. Einen Einstieg bei der britischen Sendergruppe ITV bezeichnete Rabe allerdings als «Spekulation». (dpa/AP/dpa-AFX)

