Trotz üppiger Gewinne: 

netzeitung.deEon streicht tausende Stellen

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Entlassen soll niemand werden (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Entlassen soll niemand werden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei den Regionalgesellschaften des Energieunternehmens kündigen massenweise Kunden. Der Konzern reagiert, indem Dutzende Service-Standorte dicht gemacht werden.

Deutschlands größter Energieversorger Eon will in den nächsten Jahren bundesweit bis zu 1800 Stellen streichen. Rund 40 der 60 Service-Standorte in Deutschland sollen bis 2012 geschlossen werden, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Stellenabbau soll ohne Kündigungen erfolgen. Mit der Schlankheitskur will der Konzern nach eigenen Angaben «die Schlagkraft im Vertriebsgeschäft steigern und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern». Eon hat bei seinen deutschen Regionalgesellschaften in den vergangenen 18 Monaten mehr als 600.000 Kunden verloren.

Zwar konnte der Energieriese diese Einbußen durch seine neue Billigtochter «E wie einfach» bislang mehr als wettmachen. Doch benötigt das Unternehmen wegen seines schlankeren Geschäftsmodells weniger Mitarbeiter. Außerdem sank auch hier zuletzt die Zahl der Neukunden. Um sich im wachsenden Wettbewerb künftig besser behaupten zu können, will Eon Vertrieb und Services seiner bisher weitgehend selbstständig agierenden Regionalversorger bundesweit bündeln.

Produktentwicklung, Preisgestaltung und Marketing sollen für Deutschland von der neuen Eon-Vertrieb Deutschland GmbH mit Sitz in München gemanagt werden. Der Konzern hofft, dadurch künftig schneller neue Produkte entwickeln und flexibler auf die Konkurrenz reagieren zu können.

Eon Thüringen geht Sonderweg
Rechnungsstellung und Forderungsmanagement sollen künftig die beiden neuen Service-Gesellschaften Eon Best Services für Norddeutschland und Eon Service Plus für Süddeutschland übernehmen. Die bestehenden Regionalgesellschaften Eon Avacon, Eon Bayer, Eon edis, Eon Hanse, Eon Mitte, Eon Mitte und Eon Westfalen Weser sind in Zukunft in erster Linie für den Netzbetrieb zuständig.

Ausgenommen von der Umstrukturierung ist das Tochterunternehmen Eon Thüringen, wo sich die kommunalen Anteilseigner nach Konzernangaben gegen die Umstrukturierung sperrten. Insgesamt sollen durch die Schlankheitskur bis 2012 gut 10 Prozent der derzeit noch 15.000 Stellen im Vertrieb wegfallen. «Von den heute über 60 Standorten sollen in Zukunft nur noch bis zu 20 erhalten bleiben», sagte der Vorstandschef von Eon Energie Klaus-Dieter Maubach der «Welt». Bei den von der Schließung bedrohten Standorten handele es sich zum großen Teil um Niederlassungen mit weniger als 10 Mitarbeitern, betonte das Unternehmen.

«Kein Interesse, jemanden aus dem Unternehmen zu drängen»
Beim Stellenabbau setzt der Konzern auf sozialverträglich Methoden wie Altersteilzeit. «Niemandem wird gekündigt», zitierte die Zeitung Maubach. Von vielen betroffenen Mitarbeitern fordert Eon allerdings Flexibilität. «Die Zahl derer, die ihren Lebensmittelpunkt wegen eines Umzugs an einen anderen Standort verlegen müssen, wird zum 1. September etwa 500 betragen», sagte Maubach dem «Münchner Merkur». Betroffenen stünden aber Zuschüsse für Umzug und längere Fahrtkosten zu.

In Härtefällen soll Mitarbeitern ein anderer Job an ihrem bisherigen Standort angeboten werden. «Wir haben kein Interesse daran, jemanden aus dem Unternehmen zu drängen.» Die erwarteten Einsparungen bezifferte der Manager auf mehrere hundert Millionen Euro. Dennoch machte er den Eon-Kunden wenige Hoffnungen auf Preissenkungen. «Die Energiekosten sind überall weiter auf einem hohen Niveau, wir können uns nicht in Deutschland von der Welt abkoppeln», zitierte ihn die «Welt». Die Börse zeigte sich von den Plänen wenig beeindruckt. Die Eon-Aktie verlor bis zum Nachmittag rund 0,5 Prozent an Wert. (AP)