24.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Über Grundzüge der Transaktion soll bereits Einigkeit herrschen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die größte Fusion in der deutschen Bankenlandschaft seit mehr als sieben Jahren steht kurz vor der Entscheidung: Commerzbank und Dresdner Bank sind bei ihren seit Monaten laufenden Verhandlungen auf die Zielgerade gekommen.
Ein Zusammenschluss der Commerzbank und der Dresdner Bank ist «in greifbare Nähe gerückt», schreibt die «Welt am Sonntag». Die «Financial Times Deutschland» berichtet in ihrer Online-Ausgabe, der Aufsichtsrat der Commerzbank komme Ende dieser Woche zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um eine Entscheidung zu treffen. Die Commerzbank in Frankfurt wollte die Berichte am Wochenende nicht kommentieren.
«Es liegen jetzt die immer gleichen Punkte auf dem Tisch, keiner will sie mehr sehen», zitiert die «Welt am Sonntag» eine «mit den Vorgängen vertraute Person»: «Es muss jetzt zu Ende gehen so oder so.» Eine Einladung zu einer außerordentlichen Sitzung des Commerzbank- Aufsichtsrates wurde bislang nicht verschickt.
Der Teufel steckt in technischen DetailsLaut «Welt am Sonntag» könnten Bewertungsfragen und technische Details die Transaktion noch scheitern lassen. Das deckt sich mit jüngsten dpa-Informationen: Demnach stockten die Gespräche zuletzt vor allem wegen Bewertungsfragen und der Unsicherheit, inwiefern die anhaltende Krise an den internationalen Finanzmärkten bei einem der beiden Institute zu weiteren Belastungen führen könnte. Die Dresdner Bank schrieb von April bis Ende Juni 2008 im vierten Quartal in Folge rote Zahlen, die Commerzbank musste wegen des Geschäfts ihrer Immobilientochter Eurohypo die Risikovorsorge kräftig erhöhen und weitere Belastungen wegstecken.
Als sicher gilt, dass der Münchner Versicherungskonzern Allianz seine Banktochter verkaufen will, die im Zuge der seit Sommer 2007 tobenden Finanzkrise Milliardenbelastungen verkraften musste und in die roten Zahlen gerutscht war. 2001 hatte die Allianz die Dresdner gekauft und damit den letzten große Coup in der deutschen Finanzbranche gelandet. Die Commerzbank gilt als einer der Hauptinteressenten für die Dresdner Bank und steht seit Monaten in Verhandlungen. Sollten sie erfolgreich sein, wäre dies die größte Bankenfusion in Deutschland seit mehr als sieben Jahren. Daneben sollen sich aber auch ausländische Institute interessiert gezeigt haben.
Kaufpreis von rund neun Milliarden EuroNach Informationen der «Welt am Sonntag» haben sich Allianz und Commerzbank bereits über die Grundzüge der Transaktion geeinigt: Es solle keine Fusion unter Gleichen geben, sondern die Commerzbank werde die Dresdner Bank übernehmen. Die unternehmerische Führung läge damit beim Commerzbank-Management. Die Allianz soll knapp unter 30 Prozent an dem neuen Geldhaus halten und wäre dann enger Kooperationspartner der derzeit zweitgrößten deutschen Bank, der Commerzbank. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort, die latent als Sorgenkind der Dresdner Bank gilt, soll radikal gestutzt werden. Als Kaufpreis für die Dresdner Bank werden laut «Welt am Sonntag» etwas mehr als neun Milliarden Euro anvisiert. (dpa)