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Verkauf der IKB: 

Lieber ein Ende mit Schrecken...

21. Aug 2008 18:16
Gebäude der IKB
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Die KfW zieht einen Schlussstrich unter die Krise ihrer Tochter IKB - sie hat die Mittelstandsbank an einen Finanzinvestor verkauft. Allerdings ist der Deal ein Draufzahl-Geschäft. Die FDP droht mit einem Untersuchungsausschuss.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet eine «Heuschrecke» aus den USA der Bundesregierung in Sachen IKB aus der Patsche hilft - fürs Erste zumindest. Positiv klingt, dass der Finanzinvestor Lone Star die Mittelstandsbank «stärken und konsequent ausbauen» und innerhalb der nächsten beiden Jahre wieder in die Gewinnzone führen will. Und der Geschäftsführer der Lone Star Germany GmbH, Karsten von Köller, versichert auch, dass Personalabbau bei der IKB nicht «primäres Ziel» sei. «Alle Mitarbeiter, die für das fokussierte Mittelstandsgeschäft in der Bank sind, müssen auch dort bleiben.»

Wie eine nur knapp der Pleite entronnene Bank wieder in die schwarzen Zahlen geführt werden kann, zeigte der US-Investor im Fall der Ex-Gewerkschaftsbank AHBR. Nach der Übernahme durch Lone Star Ende 2005 wurde die Bank mit neuem Geschäftsmodell komplett neu aufgestellt und die Mitarbeiterzahl auf 180 halbiert. 2007 schaffte das Institut unter neuem Namen Corealcredit tatsächlich die Rückkehr in die Gewinnzone.

Der Bund erhoffte sich aus dem Verkauf der IKB noch 800 Millionen Euro. Der Vorstandssprecher der staatseigenen KfW Bankengruppe, Wolfgang Kroh, musste jetzt einräumen, dass der Erlös «im niedrigen dreistelligen Millionenbereich» liege. Dass meint wohl: deutlich unter dem mittleren dreistelligen Millionenbereich von 500 Millionen Euro. Dass es unter dem Strich ein Verlustgeschäft ist, ist allen Beteiligten klar. «Es war eine teure Angelegenheit», erwidert IKB-Chef Günther Bräunig am Donnerstag in Frankfurt sichtlich genervt auf Journalistenfragen.

FDP ruft nach Verantwortung

Der Kaufpreis allein sei nicht ausschlaggebend gewesen, versucht Kroh zu beschwichtigen. Es seien viele Aspekte zu berücksichtigen gewesen, eben auch Arbeitsplätze. Doch zu dem aus Sicht des Staates enttäuschenden Kaufpreis kommt, dass die KfW und damit der Bund über die Transaktion hinaus weitere Risiken der IKB übernommen hat. Die Belastungen aus der IKB-Krise werden sich für die KfW laut Kroh letztlich auf insgesamt acht Milliarden Euro belaufen.

Das Problem IKB könnte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und insbesondere den für die KfW zuständigen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) weiter beschäftigen. «Nicht der Verkauf der IKB ist die Nachricht, sondern was dies die Steuerzahler am Ende kosten wird», meint der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. «Wer Steuergelder von über acht Milliarden Euro verzockt, muss sich verantworten.» Die Regierung habe - vertreten durch Glos und Steinbrück - «im Präsidialausschuss der KfW zum Nachteil der Bürger Fakten geschaffen, die der Verwaltungsrat nun nur noch abnicken kann». Letztlich galt wohl auch in der Bundesregierung die Losung: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Signal für andere Banken

Ein Untersuchungsausschuss scheint derzeit zwar nicht wahrscheinlich. Sollte es aber doch noch dazu kommen, könnte das für alle Beteiligten unangenehm werden: für die Politik, weil er sich leicht bis ins Wahljahr 2009 hinziehen würde, aber auch das Versagen der Branche selbst würde offensichtlich.

Der Unions-Haushaltsexperte Steffen Kampeter rechnet mittelbar und unmittelbar mit weiteren Risiken für den Bundeshaushalt. «Das ist noch nicht das Ende für den Bundeshaushalt», prophezeite er. Die Übernahme der IKB sei eine Fehlentscheidung gewesen. Hätte die KfW 2003 auf die Warnung des Bundesrechnungshofes gehört, «wären die Steuerzahler nicht so belastet worden».

Kroh versicherte: «Es muss keine Befürchtungen geben, dass wir uns in nächster Zeit in ähnliche Beteiligungen begeben werden.» Er zeigte sich gleichwohl weiterhin überzeugt, dass die Rettung der IKB der richtige Weg gewesen ist. Eine Pleite hätte den Finanzstandort Deutschland noch deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als die monatelangen Debatten um die IKB und die Milliardenunterstützung von KfW, Bund und Bankenwirtschaft zu ihrer Rettung. Andererseits weckt eine solche Rettungsaktion Hoffnungen bei anderen Banken, falls sie sich verzockt haben, werden es die Steuerzahler schon wieder richten. (Von Jörn Bender, Ruppert Mayr und Kathrin Schulte-Bunert, dpa)

 
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