21. Aug 2008 14:16, ergänzt 15:28
Die Pläne der Deutschen Telekom, Call-Center zuzumachen, werden konkreter. Fast jede zweite Stelle in dem Bereich sei betroffen, kritisiert die Gewerkschaft Verdi. Sie kündigt «erheblichen Widerstand» an.
Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi trifft die Maßnahme etwa 8000 der 18.000 Stellen in dem Bereich. Allen Betroffenen will das Unternehmen neue Arbeitsplätze in den verbliebenen Standorten anbieten, allerdings wird mit dem Wegfall mehrerer Hundert Stellen gerechnet. In insgesamt 63 Städten betreibt die Telekom knapp 75 Callcenter, von denen mit dem Umbau etwa zwei Drittel geschlossen werden. Mit dem Einschnitt will der Konzern den Betrieb der Sparte rentabler machen. Nach Angaben von Branchenkennern arbeiten Call-Center erst mit mehr als 400 Mitarbeitern effektiv genug.Verdi kritisierte das Vorgehen der Telekom scharf und kündigte «erheblichen Widerstand» an. Es sei zu befürchten, dass den betroffenen Beschäftigten nicht in allen Regionen zumutbare Arbeitsplätze angeboten werden könnten, sagte Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Telekom-Aufsichtsrates ist, im WDR.
Die Gewerkschaft sei «erschüttert über die Unverfrorenheit, mit der die Telekom den Kahlschlag bei den Call-Centern» betreibe, fügte Schröder hinzu. Der eigentliche Skandal der geplanten Maßnahme liege darin, dass sich die Telekom aus der Fläche zurückziehe.
Gleichzeitig plant die Telekom weitere massive Einschnitte beim Personal. Rund 6000 Mitarbeiter der Netzwerksparte sollen in die im vergangenen Jahr gegründete Sparte T-Service verlagert werden, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Beschäftigten sollen dort zu schlechteren Konditionen arbeiten.
Das Gehalt werde auf das Niveau der Servicegesellschaften gebracht, sagte Personalmanager Dietmar Welslau. Die Telekom hatte im vergangenen Jahr rund 50.000 Beschäftigte nach einem harten Konflikt mit der Verdi in T-Service verlagert. Vorstandschef René Obermann hatte in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass der Konzern seine Wettbewerbssituation verbessern und Kosten einsparen müsse. (nz/dpa-AFX/AP)