Skandal um Callcenter-Betrug:
Telekom-Kundendaten illegal gehandelt
18.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Insgesamt enthalten die Telekom-Datenbanken demnach persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden. Der Sprecher sagte, die Telekom werde alles unternehmen, um die illegale Weitergabe von Kundendaten aufzuklären und strafrechtlich verfolgen zu lassen.
Inzwischen meldeten sich viele Betroffene. Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen liegen Hunderte von Beschwerden von Menschen vor, bei denen 50 bis 100 Euro illegal abgebucht worden seien. Der in Schleswig-Holstein publik gewordene Fall von 17 000 illegal gehandelten Daten sei nur die Spitze eines Eisberges, sagte der Verbandsvorsitzende Gerd Billen.
«In Deutschland findet ein illegaler Datenhandel in ungeheuerem Ausmaß statt.» Die Bundesregierung will zunächst die Ermittlungen über den mutmaßlichen Missbrauch von 17 000 Daten abwarten. Das Callcenter-Forum Deutschland verurteilte den illegalen Adresshandel.
Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen wurden in einem Scheingeschäft sechs Millionen Datensätze angeboten, davon vier Millionen mit Kontonummern. Mit dem Scheingeschäft wollten die Verbraucherschützer zeigen, wie der illegale Handel funktioniert. «Es ist kein großer Akt, an illegale Daten heranzukommen», sagte Billen, als er die auf einer DVD und zwei CDs gesammelten Datensätze präsentierte. Viele der zum Schein erworbenen Daten stammten laut Billen wiederum von der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). (nz/dpa/AP)

