Skandal um Callcenter-Betrug: 

netzeitung.deTelekom-Kundendaten illegal gehandelt

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Nun fragt sich der Telekom-Kunde, ob auch seine Daten betroffen sind (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nun fragt sich der Telekom-Kunde, ob auch seine Daten betroffen sind
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Datenschutz ist nicht die Stärke des Bonner Unternehmens: Erst schnüffelten T-Spitzel in den Kundendateien von zu neugierigen Journalisten. Nun wurde die Telekom Opfer eines umfangreichen Datenklaus.

Von dem Skandal mit illegalen Datengeschäften sind auch Daten der Telekom betroffen. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete am Montagabend, ein Callcenter in Bremerhaven habe sich illegal Zugriff auf Datenbanken der Deutschen Telekom AG verschafft und Daten an Dritte weiterverkauft.

Die Telekom teilte dazu mit, das Unternehmen sei «offenbar Opfer hochkrimineller Machenschaften» geworden. Bisher habe man aber keine Erkenntnisse, dass Kundendaten für Trickbetrügereien missbraucht worden seien. Ein Telekom-Sprecher sagte, nach Informationen des Unternehmens seien Bildschirmausdrucke einer Kundendatenbank illegal Dritten zugänglich gemacht worden.

Insgesamt enthalten die Telekom-Datenbanken demnach persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden. Der Sprecher sagte, die Telekom werde alles unternehmen, um die illegale Weitergabe von Kundendaten aufzuklären und strafrechtlich verfolgen zu lassen.

Hunderte Beschweden
An die Öffentlichkeit gelangt war der Skandal um den illegalen Handel mit Kundendaten, als vor einer Woche die Bankdaten von 17.000 Menschen auftauchten. Möglicherweise wurde mit diesen Daten betrügerisch Geld von Kunden abgebucht.

Inzwischen meldeten sich viele Betroffene. Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen liegen Hunderte von Beschwerden von Menschen vor, bei denen 50 bis 100 Euro illegal abgebucht worden seien. Der in Schleswig-Holstein publik gewordene Fall von 17 000 illegal gehandelten Daten sei nur die Spitze eines Eisberges, sagte der Verbandsvorsitzende Gerd Billen.

«In Deutschland findet ein illegaler Datenhandel in ungeheuerem Ausmaß statt.» Die Bundesregierung will zunächst die Ermittlungen über den mutmaßlichen Missbrauch von 17 000 Daten abwarten. Das Callcenter-Forum Deutschland verurteilte den illegalen Adresshandel.

Daten von der SKL
Verbraucher- und Datenschützer forderten, das 30 Jahre alte Datenschutzrecht der Entwicklung der Informationstechnologie anzupassen. Höhere Strafen und eine Gewinnabschöpfung müssten dafür sorgen, dass sich Datenmissbrauch wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Datenhandel ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen dürfe nicht mehr erlaubt sein.

Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen wurden in einem Scheingeschäft sechs Millionen Datensätze angeboten, davon vier Millionen mit Kontonummern. Mit dem Scheingeschäft wollten die Verbraucherschützer zeigen, wie der illegale Handel funktioniert. «Es ist kein großer Akt, an illegale Daten heranzukommen», sagte Billen, als er die auf einer DVD und zwei CDs gesammelten Datensätze präsentierte. Viele der zum Schein erworbenen Daten stammten laut Billen wiederum von der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). (nz/dpa/AP)