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Preiserhöhung im Dezember: 

Böser Zug des Bahnchefs

18. Aug 2008 15:10
Auch die Fahrt mit dem ICE wird im Dezember teurer
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Die Bahn wird wie schon 2007 kurz vor Weihnachten ihre Fahrpreise erhöhen. Um wieviel, will Hartmut Mehdorn noch nicht verraten. Aber seine Klagen über «explodierende Kosten» für Energie und Personal lassen das Schlimmste befürchten.

Für Millionen Reisende wird Zugfahren bald wieder teurer. Wegen stark gestiegener Energie- und Personalkosten hebt die Bahn die Ticketpreise zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember nach zwölf Monaten erneut an, wie Vorstandschef Hartmut Mehdorn am Montag in Frankfurt ankündigte. Wie stark, wird erst im September bekannt gegeben. Preisexplosionen wie bei anderen Verkehrsträgern werde es aber nicht geben, versicherte Mehdorn mit Hinweis auf Kerosinzuschläge bei Fluggesellschaften. Die Bahn halte auch ihre Zusage ein, die Preise unter dem Jahr nicht anzuheben.

«Die Kombination aus explodierenden Energiepreisen und weit überdurchschnittlich steigenden Personalkosten lässt uns keine andere Wahl», sagte Mehdorn zur Begründung für die Preisanhebung. Massiv gestiegene Ausgaben für Strom und Diesel sowie Belastungen aus hohen Tarifabschlüssen mit den drei Gewerkschaften seien nicht allein mit Effizienzsteigerungen auszugleichen. Zuletzt waren Fahrkarten im Nah- und Fernverkehr im Dezember 2007 im Schnitt um 2,9 Prozent teurer geworden. Für 2008 hatte die Bahn eine Preisgarantie gegeben. Mehdorn zeigte sich trotz der Preisanhebung zuversichtlich, mehr Kunden für ein Umsteigen vom Auto in die Züge zu gewinnen.

Angebot wird ausgebaut

Mehdorn kündigte an, die Bahn wolle vor allem die internationalen Direktverbindungen noch weiter ausbauen, während viele Fluggesellschaften wegen der hohen Kerosinpreise ihr Angebot ausdünnten. Auch nach dem Börsengang im Herbst wolle die Bahn ihre seit Jahren bewährte Strategie fortsetzen. Das Unternehmen sei so positioniert, dass globale Trends wie Klimawandel, Ressourcenverknappung, Deregulierung oder demografischer Wandel keine Bedrohung darstellten, sondern im Gegenteil sogar Chancen zu weiterem Wachstum böten.

Im ersten Halbjahr 2008 stieg die Zahl der Fahrgäste in den Zügen um 3,1 Prozent auf 941 Millionen. Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg – vor positiven Sondereffekten aus Verkäufen – um 6,8 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn bis Ende Juni um 5,4 Prozent auf 915 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 8,2 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro zu, ohne neu hinzugekommene Konzerntöchter hätte das Plus bei 4,6 Prozent gelegen. «Unser Unternehmen ist reif für die Börse», betonte Mehdorn.

Logistikgeschäft stagniert

Er bekräftigte, dass die neu gegründete Tochter DB Mobility Logistics (DB ML) im Herbst zu 24,9 Prozent an Privatanleger verkauft werden soll. Für Verschiebungen gebe es «überhaupt keinen Grund». Im ersten Halbjahr habe sich das Geschäftsmodell trotz einer Abkühlung der Weltkonjunktur als robust erwiesen. Für die Börsentochter DB ML, die den Personen- und Güterverkehr sowie Dienstleistungen bündelt, wurde vor Sondereffekten ein Ebit von 1,1 Milliarden Euro (plus 9,7 Prozent) ausgewiesen. Beim Umsatz kam sie auf 16,1 Milliarden Euro und vereint 178.000 der insgesamt 241.000 Konzernbeschäftigten.

Die Sparten entwickelten sich im ersten Halbjahr unterschiedlich. Beim wichtigsten Gewinnbringer, dem Regionalverkehr, sank das Ebit um 3,6 Prozent auf 449 Millionen Euro. Dafür legte der Fernverkehr mit ICE und Intercity um 59,3 Prozent auf 172 Millionen Euro zu. Im weltweiten Logistikgeschäft der Speditionstochter Schenker stagnierte der Gewinn bei 178 Millionen Euro, im Schienengüterverkehr bei 209 Millionen Euro.

Angesichts der Sicherheitsdiskussion nach der Entgleisung eines ICE 3 mit einem Achsenbruch Anfang Juli in Köln, wies Mehdorn Zweifel und Vorwürfe zurück. «Unsere Züge sind sicher.» Bei Investitionen in die Sicherheit von Gleisanlagen und Fahrzeugen sei nicht gespart worden und werde nicht gespart. (dpa/AP)

 
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