15.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Immer lachen sollen Angestellte von Callcentern
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Callcenter-Branche ist durch betrügerische Praktiken zuletzt in Verruf geraten. Doch das hat offenbar die Arbeitsagentur nicht sensibilisiert, auf der Internet-Seite der Behörde finden sich fragwürdige Angebote.
Die Bundesagentur für Arbeit bietet in ihrer Online-Jobbörse laut einem Bericht Jobs für illegale Tätigkeiten bei Lotto-Callcentern an. Auf der Plattform fänden sich rund 50 solcher Inserate, berichtete die «Tageszeitung». So wurde in einigen Anzeigen «Erfahrungen im Bereich der Telefonakquise (Cold Call)» verlangt, in anderen war die Rede von «Kaltakquise».
Mit «Cold Call» und «Kaltakquise» bezeichnet die Callcenter-Branche Anrufe bei Menschen, die nicht in einer Geschäftsbeziehung zu der beworbenen Firma stehen. Solche Anrufe sind illegal.
In die Schlagzeilen war zuletzt das Gebaren von einigen Callcentern geraten, die betrügerisch Geld von vielen Konten abgebucht hatten. Ermöglicht hatte dieses Verhalten ein Datensatz von Bankdaten, der illegal verkauft worden war.
«Wir können das nie gänzlich verhindern»Eine Sprecherin der Arbeitsagentur sagte, illegale Jobs dürften in der Jobbörse nicht angeboten werden. «Wir können das nie gänzlich verhindern», räumte sie jedoch ein. Arbeitgeber könnten auf der Plattform selbst Stellenangebote aufgeben, ein Qualitätsteam der Bundesagentur prüfe diese täglich mit automatischer und manueller Suche.
Rechtswidrige Angebote würden bei ihrer Entdeckung sofort entfernt. Da aber jeden Tag über 16.000 neue Inserate aufgegeben würden, sei eine vollständige sofortige Prüfung nicht möglich, ergänzte die Sprecherin.
Hier setze die Bundesagentur auch auf Hinweise von Kunden. Ein zunehmender Missbrauch der Jobbörse sei aber nicht zu beobachten. Seit Jahresbeginn ist Werbung für Glücksspiele jeglicher Art über Telefon, Internet und Fernsehen gesetzlich verboten. Laut Verbraucherschützern suchen Firmen aber Wege, um das Verbot zu umgehen. (nz/AP)