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Arbeitskampf bei der Lufthansa: 

Streik vor allem in Frankfurt und Hamburg

27. Jul 2008 16:54
Wie viele Lufthansa-Maschinen am Boden bleiben, ist ungewiss
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Welche Flüge ausfallen werden und welche nicht, ist unklar. Kurz vor dem unbefristeten Streik bei der Fluglinie gab aber Verdi bekannt, wo die Schwerpunkte der Ausstände liegen werden.

Bei der Lufthansa sind von Montag an Behinderungen durch Streiks des Boden- und Kabinenpersonals zu erwarten. Mitten in der Urlaubszeit will die Gewerkschaft Verdi den unbefristeten Streik um Mitternacht beginnen. Der Schwerpunkt soll zunächst auf Frankfurt und Hamburg liegen, sagte ein Verdi-Sprecher.

Von dem Streik des Boden- und Servicepersonals sollen alle Geschäftsfelder betroffen sein, wie der Sprecher sagte. Genauere Angaben wollte er nicht machen, um die Effektivität des Arbeitskampfs nicht zu beeinträchtigen. Die Aktionen würden zum Teil nicht zentral, sondern vor Ort geplant.

Die Auswirkungen des Streiks werden unterschiedlich eingeschätzt. Der Gewerkschaftssprecher betonte: «Uns geht es darum, die Lufthansa zu treffen, nicht die Passagiere.» Die Lufthansa will die Beeinträchtigungen durch den Streik so gering wie möglich halten, wie die Sprecherin Claudia Lange sagte.

Vor allem Bodenpersonal

Auch nach der konkreten Ankündigung konnte die Lufthansa am Sonntag noch nicht sagen, welche Auswirkungen der Ausstand haben wird. Auch ob Flüge von Partnergesellschaften betroffen sind, für die Lufthansa Serviceleistungen erbringt, ist unklar. Betroffen ist voraussichtlich vor allem Personal am Boden, denn Stewardessen sind vor allem bei der Konkurrenzgewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) organisiert, die nicht streikt.

Der Konzern hat in den vergangenen Tagen einen umfangreichen Notfallplan entwickelt. Vor allem die Langstrecken und Flüge zwischen den großen europäischen Metropolen sollen trotz des Arbeitskampfes aufrechterhalten werden. Passagieren werden bei streikbedingten Ausfällen wie schon bei den Pilotenstreiks Umbuchungen angeboten.

Zudem könnte Lufthansa auf Mitarbeiter anderer Firmen zurückgreifen. Details ihrer Planungen wollte Lufthansa nicht nennen. Ein Streiktag kostet die Lufthansa nach Verdi-Schätzungen mindestens 5 Millionen Euro, wie die «Bild»-Zeitung berichtete. Sie zitierte den Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott.

Die Konkurrenzgewerkschaft UFO

In dem Tarifkonflikt verlangt Verdi höhere Gehälter für rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Die Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Geld bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung geboten. Vor neuen Verhandlungen will die Gewerkschaft ein nachgebessertes Angebot von Lufthansa erhalten.

Unterdessen erklärte die Verdi-Konkurrenz UFO, ihre Mitglieder beteiligten sich nicht an dem Streik. Derzeit gebe es noch einen bis zum Jahresende gültigen Tarifvertrag für die Kabinenmitarbeiter, daher gelte die Friedenspflicht. UFO steht im Wettbewerb mit der Gewerkschaft Verdi und hat nach eigenen Angaben deutlich mehr als die Hälfte der Kabinenmitarbeiter als Mitglieder.

Die übrigen Kabinenmitarbeiter seien nahezu vollständig in gar keiner Gewerkschaft. Daher werde der Streik bei Lufthansa ausschließlich am Boden ausgetragen. UFO selbst fordert für die nächste Tarifrunde 15 Prozent mehr Geld und damit mehr als Verdi. (dpa/AP)

 
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