Arbeitskampf bei der Lufthansa:
Streik vor allem in Frankfurt und Hamburg
27.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Auswirkungen des Streiks werden unterschiedlich eingeschätzt. Der Gewerkschaftssprecher betonte: «Uns geht es darum, die Lufthansa zu treffen, nicht die Passagiere.» Die Lufthansa will die Beeinträchtigungen durch den Streik so gering wie möglich halten, wie die Sprecherin Claudia Lange sagte.
Der Konzern hat in den vergangenen Tagen einen umfangreichen Notfallplan entwickelt. Vor allem die Langstrecken und Flüge zwischen den großen europäischen Metropolen sollen trotz des Arbeitskampfes aufrechterhalten werden. Passagieren werden bei streikbedingten Ausfällen wie schon bei den Pilotenstreiks Umbuchungen angeboten.
Zudem könnte Lufthansa auf Mitarbeiter anderer Firmen zurückgreifen. Details ihrer Planungen wollte Lufthansa nicht nennen. Ein Streiktag kostet die Lufthansa nach Verdi-Schätzungen mindestens 5 Millionen Euro, wie die «Bild»-Zeitung berichtete. Sie zitierte den Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott.
Unterdessen erklärte die Verdi-Konkurrenz UFO, ihre Mitglieder beteiligten sich nicht an dem Streik. Derzeit gebe es noch einen bis zum Jahresende gültigen Tarifvertrag für die Kabinenmitarbeiter, daher gelte die Friedenspflicht. UFO steht im Wettbewerb mit der Gewerkschaft Verdi und hat nach eigenen Angaben deutlich mehr als die Hälfte der Kabinenmitarbeiter als Mitglieder.
Die übrigen Kabinenmitarbeiter seien nahezu vollständig in gar keiner Gewerkschaft. Daher werde der Streik bei Lufthansa ausschließlich am Boden ausgetragen. UFO selbst fordert für die nächste Tarifrunde 15 Prozent mehr Geld und damit mehr als Verdi. (dpa/AP)

