25.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Lufthansa-Angestellten wollen mehr Geld
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Konflikt um höhere Gehälter für das Lufthansa-Personal geht in die nächste Runde. Für Montag hat die Gewerkschaft einen Streik des Boden- und Kabinenpersonals angekündigt. Die Lufthansa bereitet sich auf einen mehrwöchigen Ausstand vor.
Wie sich der Streik bei der Lufthansa auf den Flugverkehr auswirken wird, ist noch nicht klar. Fest steht nur, wann er beginnt: am Montag, 0:00 Uhr. «Wir gehen davon aus, dass nur ein Bruchteil der Belegschaft in Deutschland dem Streikaufruf folgen wird», sagte Lufthansa- Sprecher Thomas Jachnow. Die überwiegende Mehrheit habe nach seiner Einschätzung auch nicht an der Urabstimmung teilgenommen.
Die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi beim Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa hatten sich in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Es stimmten 90,7 Prozent für den Ausstand, der «in allen Bereichen» stattfinden soll.
Zum Umfang der erwarteten Flugausfälle wollte auch Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott keine Einschätzung abgeben. Es sei klar, dass der Streik für die Passagiere eine erhebliche Belastung darstellen werde. «Wir haben aber gezeigt, dass wir verantwortungsvoll damit umgehen können», sagte Ott. Verdi gehe es darum, das Unternehmen wirtschaftlich zu treffen. Dies sei ohne Einschränkungen und Verspätungen im Flugverkehr nicht möglich.
Streikpläne erst kurzfristig bekanntgebenLufthansa bereitet sich bereits seit mehreren Tagen auf weitere Streiks vor und will die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich halten. Denkbar ist dabei auch der Einsatz von Fremdfirmen etwa beim Catering. Verdi will deshalb die genauen Streikpläne erst kurzfristig bekanntgeben.
Die Situation könnte sich noch zusätzlich verschärfen. Auch im Tarifkonflikt bei den Piloten werden weitere Streiks nicht ausgeschlossen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit will ebenfalls erreichen, dass die Lufthansa ein verbessertes Angebot vorlegt.
Aktuellstes AngebotIn der Auseinandersetzung mit Verdi geht es um höhere Gehälter für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Die Gewerkschaft Verdi fordert 9,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Geld bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung angeboten. Die Verhandlungen finden unabhängig von der Auseinandersetzung bei den Piloten statt. (nz/dpa/AP)