Vor der Sitzung des Conti-Aufsichtsrats hatte es Spekulationen gegeben, das Kontrollgremium könne dem Vorstand um Wennemer die erhoffte Rückendeckung verweigern. Von Grünberg hatte vor einem «Kampf um jeden Preis» gewarnt. Schaeffler sichere zu, Conti nicht zerschlagen zu wollen. Dagegen hatte sich der Vorstand wesentlich misstrauischer gezeigt. Schaeffler will nach eigenen Angaben mehr als 30 Prozent der Conti-Anteile übernehmen. Der Conti-Vorstand ist aber nur zu einer Beteiligung von 20 Prozent bereit, was wiederum Schaeffler ablehnt. Schaeffler bietet in dem Übernahmeangebot 70,12 Euro pro Aktie. Branchen-Analysten halten einen Preis zwischen 80 und 100 Euro für gerechtfertigt.
Schaeffler hat allerdings direkt und über sogenannte Swap- Geschäfte bereits Zugriff auf ein Aktienpaket von rund 36 Prozent, falls die an dem Deal beteiligten Banken bis zum Ende mitspielen. Damit hätte Schaeffler wegen der geringen Präsenz auf Hauptversammlungen faktisch das Sagen bei der Conti. Wennemer hatte das Vorgehen Schaefflers als rechtswidrig bezeichnet.
Conti teilte mit, das Schaeffler-Angebot berücksichtige zum Beispiel nicht die hierdurch eintretenden Steuernachteile und erhöhten Refinanzierungskosten. Die Art und Weise der Annäherung von Schaeffler solle durch die zuständigen Aufsichtsbehörden weiterhin juristisch geprüft werden.
(dpa-AFX/AP)