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Streit um Continental: 

Aufsichtsrat will mehr Geld von Schaeffler

23. Jul 2008 18:33, ergänzt 18:50
So billig wie Schaeffler glaubt ist Continental nicht zu haben
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Der Vorstand hatte sich bereits positioniert, unklar war bisher, wie sich der Aufsichtsrat von Continental verhält. Nach einer Krisensitzung wird nun deutlich, dass das derzeitige Angebot von Schaeffler abgelehnt wird.

Der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental hat das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe zurückgewiesen. Der angebotene Preis sei nicht angemessen, teilte Conti am Mittwoch nach einer Krisensitzung des Kontrollgremiums in Hannover mit. Der Aufsichtsrat unterstütze das Vorgehen des Vorstands. Es gebe eine «einhellige Stellungnahme», sagte Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg. Das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe solle weiter juristisch geprüft werden.

Die Gremien seien aber der Meinung, dass eine Einigung mit Schaeffler sehr erstrebenswert sei. Der Vorstand erhielt das Mandat, mit Schaeffler über eine angemessene Prämie für die Conti-Aktie oder über eine Begrenzung der Beteiligung von Schaeffler zu verhandeln.

Schaeffler solle seine Absichten konkretisieren, sagte Vorstandschef Manfred Wennemer. Vize-Aufsichtsratschef Werner Bischoff von der Gewerkschaft IG BCE sagte, die Gewerkschaften würden alles tun, um die Interessen der Arbeitnehmer in die Gespräche einzubringen. Es müsse eine Sicherheit für Arbeitsplätze und Standorte geben sowie keinen Verkauf von Unternehmensteilen.

Warnung vor «Kampf um jeden Preis»

Vor der Sitzung des Conti-Aufsichtsrats hatte es Spekulationen gegeben, das Kontrollgremium könne dem Vorstand um Wennemer die erhoffte Rückendeckung verweigern. Von Grünberg hatte vor einem «Kampf um jeden Preis» gewarnt. Schaeffler sichere zu, Conti nicht zerschlagen zu wollen. Dagegen hatte sich der Vorstand wesentlich misstrauischer gezeigt.

Schaeffler will nach eigenen Angaben mehr als 30 Prozent der Conti-Anteile übernehmen. Der Conti-Vorstand ist aber nur zu einer Beteiligung von 20 Prozent bereit, was wiederum Schaeffler ablehnt. Schaeffler bietet in dem Übernahmeangebot 70,12 Euro pro Aktie. Branchen-Analysten halten einen Preis zwischen 80 und 100 Euro für gerechtfertigt.

Schaeffler hat allerdings direkt und über sogenannte Swap- Geschäfte bereits Zugriff auf ein Aktienpaket von rund 36 Prozent, falls die an dem Deal beteiligten Banken bis zum Ende mitspielen. Damit hätte Schaeffler wegen der geringen Präsenz auf Hauptversammlungen faktisch das Sagen bei der Conti. Wennemer hatte das Vorgehen Schaefflers als rechtswidrig bezeichnet.

Conti teilte mit, das Schaeffler-Angebot berücksichtige zum Beispiel nicht die hierdurch eintretenden Steuernachteile und erhöhten Refinanzierungskosten. Die Art und Weise der Annäherung von Schaeffler solle durch die zuständigen Aufsichtsbehörden weiterhin juristisch geprüft werden.
(dpa-AFX/AP)

 
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