Quartalszahlen veröffentlicht:
Yahoo bleibt hinter den Erwartungen zurück
23. Jul 2008 00:07
 |  Firmenschild von Yahoo: Kein Juchu! | Foto: AP |
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Inmitten der Übernahmeschlacht um den Internet-Pionier meldet Yahoo einen Rückgang des Gewinns. Die Konzern-Führung sieht sich dennoch auf dem richtigen Weg.
Der Internet-Konzern Yahoo leidet inmitten des Übernahmekampfes mit dem Softwareriesen Microsoft unter sinkenden Gewinnen. Yahoo-Gründer und Chef Jerry Yang sagte dennoch: «Wir glauben, dass Yahoo gut für langfristiges Wachstum und die Maximierung des Wertes für die Aktionäre positioniert ist.»
Im zweiten Quartal ging der Überschuss um fast ein Fünftel auf 131 Millionen Dollar zurück, wie Yahoo am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der operative Gewinn sank sogar um 45 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Yahoo macht geltend, dass für die Abwehr der Microsoft-Übernahmeofferten Sonderkosten in Höhe von 22 Millionen Dollar angefallen seien. Ohne diese Kosten hätte der Rückgang beim operativen Gewinn also bei gut einem Drittel gelegen.
Umsatzwachstum um 6 Prozent
Der Umsatz stieg dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,1 Milliarden Euro. Mit seinen Zahlen blieb Yahoo hinter den Schätzungen der Experten zurück. Das Ergebnis je Aktie lag bei 9 US-Cent nach 11 US-Cent im Vorjahr. Analysten hatten bei dieser Kennziffer erneut 11 US-Cent erwartet.
Finanzchef spricht vobn soliden Zahlen
Yahoo-Finanzchef Black Jorgensen sagte, trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld habe man solide Zahlen vorgelegt, die sich im Rahmen der Ankündigungen von April bewegt hätten. Yahoo-Präsidentin Sue Decker führte an, man habe neue Produkte und neue Partnerschaften ankündigen können. Sie erwähnte explizit die mit Google, die dazu führt, dass auf Yahoo-Seiten Google-verkaufte Werbung erscheint. Erst am Montag hatte sich Yahoo im Machtkampf mit seinem kritischen Großaktionär Carl Icahn auf einen Kompromiss geeinigt und diesem drei Verwaltungsratssitze eingeräumt. Icahn ließ dafür seine Forderung nach einer Auswechslung des kompletten Gremiums fallen.
Icahn will weiter mit Microsoft ins Geschäft kommen
Der US-Millardär will aber weiter zumindest einen Teilkauf von Yahoo durch Microsoft erreichen. Seit Ende Januar hatte Yahoo mehrere milliardenschwere Kaufofferten des weltgrößten Softwarekonzerns ausgeschlagen. Microsoft bot im Februar 31 US-Dollar je Yahoo-Aktie, Yahoo ist aber nur bereit, über die Annahme eines Angebots nachzudenken, wenn mindestens 33 Dollar geboten werden. (nz/dpa)