Mit dem Investment ist Lebedew nicht der einzige Russe, der in der deutschen Tourismusbranche aktiv ist. Erst am Montag hatte der Tui-Großaktionär Alexej Mordaschow mitgeteilt, dass er seinen Anteil an dem hannoverischen Reise- und Schifffahrtskonzern auf mehr als 15 Prozent ausgebaut habe. Damit schließt der Stahlmagnat zu dem bislang größten Tui-Aktionär John Fredriksen auf, der bereits mehr als 15 Prozent an Tui hält und seit Monaten Front gegen die Konzernspitze macht. Mordaschow hingegen gilt als Unterstützer der Tui-Führungsmannschaft.In dem Streit geht es um die Aufstellung des Konzerns mit seinen beiden Säulen. Auf Fredriksens Drängen hin hatte Tui damit begonnen, die Reedereitochter Hapag-Lloyd abzuspalten und den Verkauf einzuleiten. Jetzt spricht sich der Norweger aber gegen einen Verkauf aus, weil derzeit kein guter Preis zu erzielen sei. Mordaschow stellte sich dagegen erneut hinter das Management des Konzerns. Die geplante Trennung von Hapag-Lloyd sei im Sinne der Aktionäre, da dadurch die finanzielle Flexibilität von Tui gestärkt werde.
Fredriksen will Tui in eine Schifffahrts- und eine Touristik-Sparte aufgespalten sehen, um sich dann bei der Reederei zu engagieren. Während Fredriksen weitere Investitionen in die Touristik ablehnt, sieht Mordaschow auf dem internationalen Tourismusmarkt weiterhin großes Wachstumspotenzial. Dies gelte besonders für Schwellenländer wie Russland. Dort baut der Russe zusammen mit Tui ein eigenes Reisegeschäft auf. (nz/dpa)