21.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Übernahmefreudiger Familienkonzern: Schaeffler
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Wälzlagerhersteller hat sein Angebot zum Kauf von Continental-Aktien um 75 Cent erhöht. Unterdessen kritisieren Aktionärsschützer die Führungsspitze des Dax-Konzerns Continental.
Der fränkische Familienkonzern Schaeffler hat am Montag ein offizielles Übernahmeangebot für den Autozulieferer Continental vorgelegt. Schaeffler biete 70,12 Euro pro Continental-Aktie, teilte der Wälzlagerhersteller in Herzogenaurach mit.
Zuvor hatte Schaeffler lediglich 69,37 Euro pro Aktie in bar zahlen wollen. Das nun erhöhte Angebot entspreche dem Drei-Monats-Durchschnittskurs, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Mindestpreis für die Continental-Aktien ermittelt habe, hieß es.
Fronten verhärtet zwischen den FirmenDie Fronten in dem Übernahmestreit zwischen dem Management von Schaeffler und Continental sind weiter verhärtet. Der fränkische Familienkonzern beharrte am Montag weiter auf einer Übernahme von 30 Prozent der Conti-Anteile. Die Führung des niedersächsischen Konzerns ist aber nur bereit, einer Beteiligung von 20 Prozent ihren Segen zu erteilen.
Das wiederum lehnt Schaeffler ab. Es gehe dem Unternehmen um eine strategische Beteiligung an Continental, nicht um eine Finanzinvestition. Der Schaeffler-Sprecher sagte, bisher sei ihm kein Zeitpunkt für neue Gespräche zwischen der Schaeffler- und der Continental-Führung bekannt. Schaeffler sei zu Gesprächen bereit, allerdings nur auf der Grundlage des eigenen 30-Prozent-Angebots.
Zugriff auf über ein Drittel der Continental-Aktien sicherDer fränkische Familienkonzern hatte sich bereits über Aktien, Optionen und Swap-Geschäfte den Zugriff auf rund 36 Prozent der Continental-Aktien gesichert. Für Mittwoch ist eine Aufsichtsrat-Sitzung bei Continental angesetzt.
Aktionärsschützer äußerten sich kritisch, da Management und Aufsichtsrat von Continental nicht mit einer Stimme sprechen. Es sei sehr unglücklich, wenn es in so einer Phase einen Dissens zwischen Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzendem gebe, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der Tageszeitung «Die Welt» sagte Carsten Heise weiter: «Wenn sich Continental gegen den Übernahmeversuch wehren will, müssen sich die Gremien einig sein.»
Kritik der Aktionärsschützer: Mangelnde EinigkeitAuch ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, man hätte sich einen Schulterschluss gewünscht. Ansonsten hätte der Käufer schon so gut wie gewonnen.
Der einflussreiche Continental-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg ist Wennemer bislang zumindest öffentlich nicht hilfreich zur Seite gesprungen. Grünberg ließ nach dem Übernahmeangebot lediglich verlauten, der Aufsichtsrat habe die Offerte «zur Kenntnis genommen». (dpa/AP)