Wer bietet weniger?:
Preisdrückerei im Rückwärtsgang
21.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Darüber hat sich auch der langjährige SAP-Berater Thomas Michels immer wieder geärgert und schließlich vor drei Jahren ein eigenes Portal namens Push The Price.de gestartet, das nach dem Ausschreibungsprinzip Rückwärtsauktionen anbietet. Auf diese Weise arbeitet auch - allerdings nur für Handwerker und Dienstleister - das Portal Myhammer.
Auf PushThePrice.de eröffnet nicht der Verkäufer die Auktion, sondern der Benutzer, der eine bestimmte Ware sucht und damit angibt, wie viel er maximal dafür bezahlen will. Auch die Versandkosten und die Zahlungsweise definiert der Auktionsinhaber. Das geringste Gebot erhält am Schluss den Zuschlag: «Das Motto lautet 'Wer bietet weniger'», erläutert Michels das Konzept im Gespräch mit der Netzeitung. Seit einem Jahr betreibt er von seiner rheinland-pfälzischen Heimat Bodenheim aus die gleichnamige Firma. Sie ist für die Website verantwortlich, die vor wenigen Wochen in verändertem Design neu durchstartete.
Von Ebay unterscheidet sich Push The Price aber nicht nur durch das Auktionsprinzip das Angebot ist für sämtliche Nutzer vollkommen kostenlos, auch Provisionen nach erfolgreicher Auktion werden nicht verlangt. «Das ist ein Anreiz, um gegen die Platzhirsche bestehen zu können», räumt Michels ein, der die Website derzeit über Bannerwerbung finanziert. Wobei sich der Existenzgründer durchaus vorstellen kann, irgendwann einmal auch besondere Features einzurichten, die dann kostenpflichtig wären.
Wie lange eine Auktion läuft, legt der Suchende zu Beginn fest. Standardmäßig sind 30 Tage eingestellt, doch die Laufzeit lässt sich auch auf 14 Tage kürzen oder auf bis zu 90 Tage verlängern, «für Artikel, die schwerer zu finden sind», erklärt Michels. Derzeit lohnt sich eine längere Dauer ohnehin noch: Mit rund 9500 Usern ist die Zahl der Nutzer noch überschaubar, so dass bei länger laufenden Auktionen die Chance steigt, dass ein Anbieter ein Gebot abgibt.
Laut Michels wächst das Interesse an der Website aber rapide, der Betreiber hat nicht nur Nutzer aus Deutschland, sondern auch aus Österreich, der Schweiz und sogar den Niederlanden und den USA ausgemacht. Damit ist Potenzial für Wachstum gegeben Push The Price-Internetadressen im Ausland hat er sich schon gesichert.
Für das Web ediert von Matthias Breitinger

