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Wehklagen der Brauereien : 

Zum Bier trinken fehlt die Zigarette

18. Jul 2008 21:55
Rauchverbot senkt den Bierkonsum
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Die Deutschen besuchen weiterhin Restaurants, aber nach dem letzen Happen bestellen sie kein neues Bier, sondern verlassen das Lokal, um rauchen zu können. Das ist die Begründung der Brauereien dafür, dass sie weniger verkaufen.

Bei zahlreichen großen Bierherstellern ist der Absatz im ersten Halbjahr 2008 zurückgegangen. «Die Menschen gehen zwar noch Essen, bleiben aber 30 Prozent kürzer in den Lokalen», sagte der Generalbevollmächtigte der Veltins-Brauerei, Michael Huber, am Freitag in Meschede-Grevenstein. Das sei die Zeit, in der früher nach dem Essen geraucht und getrunken wurde.

Die Fußball-Europameisterschaft hat anders als die WM der Branche keinen Absatz-Kick gebracht. Die Brauer führen die geringere Nachfrage neben dem Rauchverbot in der Gastronomie auch auf Preiserhöhungen von etwa einem Euro je Kasten im Branchendurchschnitt und Mehrbelastungen der Verbraucher insbesondere durch die höheren Energiepreise zurück. In den ersten fünf Monaten 2008 war der deutsche Biermarkt um 2,3 Prozent geschrumpft und hatte damit seinen Abwärtstrend fortgesetzt.

Auch Veltins betroffen

Bei Veltins ging die Fassbiermenge in den ersten sechs Monaten 2008 um 5,7 Prozent zurück. Dank zweistelliger Zuwächse bei den Biermischgetränken ging der Bierausstoß der Privatbrauerei Veltins insgesamt nur um 0,4 Prozent auf 1,32 Millionen Hektoliter zurück.

Auch der Marktführer, die Radeberger Gruppe, berichtete von spürbaren Auswirkungen des Rauchverbots in der Gastronomie. «Deutschland zieht seine Konjunkturbremsen selbst an», sagte der Chef der Radeberger Gruppe, Ulrich Kallmeyer, am Freitag zu dem Rauchverbot.

Der Fassbierumsatz der Gruppe sei in den ersten sechs Monaten 2008 um 6,5 Prozent gesunken. Die Absatzmenge der Radeberger Gruppe lag bis Ende Juni insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Von den nationalen Marken der Gruppe hätten Radeberger Pilsner und Schöfferhofer Weizen deutlich zugelegt, Jever habe leicht verloren.

Die Warsteiner-Brauerei schloss sich dem Wehklagen über das Rauchverbot an. Sie führte ihre Ausstoß-Verluste von 6,4 Prozent während des ersten Halbjahres 2008 größtenteils auf den Bann des blauen Dunstes zurück. Allein bei Fassbier betrug das Minus 9,5 Prozent nach Unternehmensangaben.

Andere Brauer verzeichnen ebenfalls Mengenrückgänge, führten das aber vor allen auf Preiserhöhungen zurück. «Das Rauchverbot hat sich noch nicht in dieser Dimension bemerkbar gemacht», sagte der Sprecher der Krombacher Brauerei, Franz-Josef Weihrauch. Die Privatbrauerei habe im ersten Halbjahr 2,3 Prozent weniger Bier abgesetzt. Die Bitburger Braugruppe setzte 3,3 Prozent weniger Bier ab und sieht darin eine Reaktion der Verbraucher auf die Preiserhöhungen. (dpa)

 
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