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Nach Milliarden-Verlust bei Chipfirma: 

Neuer Chef soll AMD aus der Krise führen

18. Jul 2008 09:55
AMD-Produktion in Dresden
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Der US-Chiphersteller AMD kämpft mit Problemen, das vergangene Quartal fiel enttäuschend aus. Jetzt setzt der Konzern auf einen neuen Mann an der Spitze.

Der Computerchip-Hersteller AMD bekommt nach einem Milliardenverlust einen neuen Chef. Das Unternehmen werde künftig von Dirk Meyer geführt, teilte der Intel-Konkurrent nach US-Börsenschluss am Donnerstag mit. Der 46-Jährige war bisher für das operative Geschäft zuständig. Der langjährige Konzernchef Hector Ruiz werde den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten, hieß es weiter.

Kurz vor Bekanntgabe des Chefwechsels hatte AMD für das zweite Quartal einen Verlust von knapp 1,19 Milliarden Dollar gemeldet. Das war doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 1,349 Milliarden Dollar. Den hohen Verlust führte AMD vor allem auf das abgetrennte Geschäft mit Prozessoren für mobile Geräte und TV-Technik zurück.

Im fortgeführten Geschäft habe es einen Quartalsverlust von lediglich 269 Millionen Dollar gegeben nach 531 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Finanzchef Robert Rivet sprach von einem finanziell enttäuschenden Quartal. Allerdings kämen die neuen AMD-Produkte gut bei den Kunden an und man spüre insgesamt eine positive Dynamik. Im gesamten ersten Halbjahr stieg der AMD-Umsatz um 15 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Verlust weitete sich auf knapp 1,55 Milliarden Dollar aus nach 1,2 Milliarden vor einem Jahr.

Mit Übernahme zu kämpfen

Der 62-jährige Ruiz, ein früherer Motorola-Manager, führte AMD seit April 2002. Unter seiner Ägide rückte AMD zu einem stärkeren Konkurrenten für Intel auf und konnte den unangefochtenen Marktführer zeitweise unter Druck setzen. Zuletzt geriet AMD aber technologisch teilweise in Rückstand zu Intel. Unter anderem gab es bei einem neuen wichtigen Chip einen Konstruktionsfehler, der erst behoben werden musste.

Hector Ruiz
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Zudem bereitet dem Chipkonzern die 5,4 Milliarden Dollar teure Übernahme des Grafikkarten-Spezialisten ATI Kopfschmerzen. AMD lud sich wegen ATI hohe Schulden auf, musste milliardenschwere Abschreibungen vornehmen und die erhofften Synergie-Effekte konnten bisher nicht erzielt werden.

Meyer war 1995 zu AMD gekommen. Er habe damals den Athlon-Prozessor mitentworfen, der bei der Taktfrequenz als erster die Marke von 1 GHz geknackt habe, teilte AMD mit. Von 2001 bis 2006 war Meyer für das Kerngeschäft mit Prozessoren zuständig. Er galt bereits als wahrscheinlicher Nachfolger für Ruiz. (dpa)

 
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