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Continental: 

Schaeffler soll neun Banken im Boot haben

15. Jul 2008 16:56
Übernahmeziel Continental
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Die Finanzaufsicht untersucht die Strategie des Familienunternehmens Schaeffler beim möglichen Einstiegsplan beim Dax-Konzern Continental. Einem Bericht zufolge sind neun Banken als Käufer von Continental-Anteilen aufgetreten.

Im Abwehrkampf gegen den Familienkonzern Schaeffler bittet der Autozulieferer Continental die Finanzaufsicht um Hilfe. In einem Brief an die Bonner Behörde rechnet der Automobilzulieferer vor, dass Schaeffler bereits Zugriff auf 36 Prozent der Stimmrechte hat, wie Finanzkreise am Dienstag sagten. Die Bafin hat bereits eine interne Untersuchung eingeleitet.

Folgt die Finanzaufsicht der Einschätzung von Continental, müsste Schaeffler ein Pflichtangebot für sämtliche Conti-Aktien abgeben, wenn die Gruppe ihre Optionen ausübt. Kontrolliert ein einzelner Aktionär mindestens 30 Prozent der Stimmrechte, ist er dazu verpflichtet. Solange kein Pflichtangebot vorliegt, kann Conti sich nicht aktiv gegen den Übernahmeversuch wehren.

Neun mal 2,999 Prozent

Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, haben sich neun Kreditinstitute, darunter vier deutsche, im Auftrag von Schaeffler mit Conti-Aktien oder entsprechenden Optionen eingedeckt. Die Banken kontrollierten jeweils 2,999 Prozent an Conti. Erst ab einer Schwelle von drei Prozent ist eine Beteiligung meldepflichtig.

Die «Wirtschaftswoche» berichtete, Schaeffler plane keine feindliche Übernahme von Continental und berief sich auf mit der Sache vertraute Personen. Schaeffler strebe derzeit nur eine «signifikante Minderheitsbeteiligung» an. Ein Zerschlagung von Continental oder ein Delisting, also ein Rückzug von der Börse, seien «definitiv nicht geplant».

Der Käufer schweigt und genießt

Um die genauen Ziele von Schaeffler gibt es Rätselraten, da das Familienunternehmen bisher schweigt. Schaeffler hatte am Montag Interesse an einem Engagement bei Conti offiziell bestätigt, aber keinerlei Details genannt. «Marktgerüchte und Spekulationen kommentieren wir nicht», sagte ein Sprecher am Dienstag in Herzogenaurach.

Zeitungen hatten zuvor berichtet, der weltweit zweitgrößte Wälzlagerhersteller, der aber wesentlich kleiner als Conti ist, wolle den Hannoveraner Konzern für mehr als zehn Milliarden Euro plus Schulden übernehmen und sei auch zu einer feindlichen Offerte bereit. Erst im vergangenen Jahr hatte Conti die Siemens-Sparte VDO für rund 11,4 Milliarden gekauft und ist daher hochverschuldet.

Fusion macht angesichts der Produktpalette Sinne

Autoexperte Wolfgang Meinig von der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) geht davon aus, dass Schaeffler und Conti generell gute Partner wären. «Von der Produktpalette her macht ein Zusammengehen Sinn.»

Zu bezweifeln sei allerdings, ob ein möglicher neuer Eigentümer die Reifensparte von Conti halten werde. «Das ist ein hartes und enges Geschäft, die Lieferanten sind schnell austauschbar», sagte Meinig am Dienstag. Auch andere Branchenkenner gehen von einer Abspaltung der Reifensparte aus.

Spekulationen um Sondierungen in der Reifenbranche

Es wird sogar schon darüber spekuliert, dass Schaeffler weltweit sondiert, ob japanische oder italienische Reifenhersteller Interesse an der Reifensparte haben.

Wie aus Branchenkreisen verlautete, wollte der Conti-Vorstand den Aufsichtsrat am Dienstagnachmittag über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Demnach arbeitet Conti auch an einer Abwehrstrategie. Aus Sicht von Branchenexperten wird es bei einer Übernahme von Conti durch die Schaeffler-Gruppe zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen. «In Produktion und Vertrieb wird es Synergieeffekte geben», sagte auch Autoexperte Meinig. Betroffen könne vor allem der Unternehmenssitz von Conti in Hannover sein. (AP/dpa)

 
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