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Nach Kollaps von Indymac: 

US-Regierung kämpft gegen weitere Pleiten an

14. Jul 2008 13:01
Firmenlogo des US-Baufinanzierers Fannie Mae in Washington
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Nach dem Crash des kalifornischen Baufinanzierers Indymac hat das US-Finanzministerium eine Rettungsaktion für Fannie Mae und Freddie Mac gestartet. Die beiden Hypotheken-Konzerne sind auch in einer gefährlichen Schieflage – und weitaus größer als Indymac.

32 Milliarden Dollar Anlagevermögen wies die kalifornische Hypothekenbank Indymac auf, die am Wochenende unter dem Ansturm besorgter Kunden zusammenbrach und daraufhin vom Staat übernommen worden war. Doch diese Summe sind geradezu die sprichwörtlichen «Peanuts», wenn man sich ansieht, wie groß der Hypothekenberg der beiden ebenfalls taumelnden Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ist: 5,3 Billionen Dollar (3,34 Billionen Euro) – das ist rund die Hälfte der in den USA ausstehenden Hypotheken und entspricht einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts.

Kein Wunder also, dass nach dem Zusammenbruch von Indymac in Washington eine fieberhafte Arbeit an einem Rettungsplan für Fannie und Freddie eingesetzt hat. Denn im Zuge der Hypothekenkrise sind auch diese beiden halbstaatlichen Giganten in eine gefährliche Schieflage geraten. In der Nacht zu Montag wurde bekannt, dass die US-Notenbank (Fed) den beiden Instituten zusätzliche Kredite zu günstigen Konditionen gewähren will, falls die Banken weitere Mittel benötigen sollten.

Wie US-Medien berichten, will Finanzminister Henry Paulson den Kongress bitten, das staatliche Kreditvolumen für die beiden Institute von jeweils 2,25 Milliarden Dollar «vorübergehend» zu erhöhen. Falls erforderlich, wolle die US Regierung auch Anteile an den Branchenführern kaufen, hieß es aus dem Finanzministerium weiter. Beide Schritte müssen vom Kongress gebilligt werden.

Das alles beweist, dass die Finanzkrise noch lange nicht durchgestanden ist. Ganz im Gegenteil: Sie ist nach über einem Jahr wieder an ihre Quelle – die Hypothekenfinanzierer – zurückgekehrt. In der vergangenen Woche hatten die Aktien von Freddie Mac an der Wall Street in New York 45 Prozent verloren, die Papiere von Fannie Mae fielen um 47 Prozent. Jetzt steht die zweite Runde in der Krise an – sie könnte noch heftiger werden als die erste, denn Freddie und Fannie sind so riesige Banken, dass ein Zusammenbruch enorme Folgen hätte.

Eine Verstaatlichung würde die ohnehin hohe US-Staatsverschuldung gewaltig erhöhen, ein weiterer Sturz des Dollar wäre die Folge. Die Börsen weltweit würden einbrechen. An diesem Montag wollen die beiden Banken kurzfristige Anleihen in Höhe von drei Milliarden Dollar ausgeben. Es bleibt abzuwarten, ob sich ausreichend Käufer dafür finden. Laut «Handelsblatt» bemühen sich Fed-Chef Ben Bernanke und Finanzminister Paulson darum, private Käufer für die Freddie-Mac-Papiere zu finden, denen staatliche Garantien in Aussicht gestellt würden.

Mit ihrer demonstrativen Unterstützung wollten Regierung und US-Notenbank «Investoren davon überzeugen, weiterhin Vertrauen in die langfristigen Aussichten für Fannie Mae und Freddie Mac zu haben», schreibt das «Wall Street Journal». Von Fannie Mae und Freddie Mac verkaufte Anleihen «werden von Finanzinstitutionen auf der ganzen Welt gehalten», sagte Finanzminister Paulson. «Ihre Stärke zu gewährleisten, ist wichtig, um Vertrauen und Stabilität in unserem Finanzsystem und unseren Finanzmärkten aufrecht zu erhalten.»

 
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