Neben den Spritkosten dürfte jedoch auch ein saisonaler Effekt hinzukommen, meint Wall. «Wir hatten bislang einen tollen Sommer, das mischt natürlich auch mit.» Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) ist allerdings überzeugt, dass das große Umsatteln anhalten dürfte. «Man muss nur rechnen», sagt Karsten Klama, Leiter der Marketingabteilung des Verbands. Allein für Sprit geben Verbraucher laut ADFC im Laufe ihres Lebens rund 80.000 Euro aus - Tendenz steigend. Und wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, komme auch bei Parkgebühren, Versicherungen, Steuern oder in der Werkstatt wesentlich günstiger davon. Selbst die bereits angekündigten Preissteigerungen beim Fahrradkauf von bis zu zehn Prozent zum Jahresende, können diesen Effekt laut ADFC kaum beeinflussen. Ob die durchschnittlich bei rund 4,5 Millionen liegende Marke an verkauften Fahrrädern in diesem Jahr geknackt wird, lässt sich nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) allerdings noch nicht sagen. Erste Zahlen für 2008 gebe es erst im September, sagte ein Sprecher. Einen deutlichen Trend kann der Verband allerdings schon ausmachen: Elektrofahrräder, die mit einem Akku-Motor angetrieben werden, erfreuen sich bereits seit zwei Jahren einer steigenden Beliebtheit.
Seitdem hat sich der Markt von rund 25.000 auf 65.000 fast verdreifacht. In diesem Jahr geht der Verband von einem weiteren Wachstum auf rund 80.000 bis 100.000 sogenannter «Pedelecs» aus. Was früher als ein Gerät für Senioren verschrien war, werde heute auch immer öfter auch von Jüngeren und Berufstätigen genutzt, sagt ZIV-Geschäftsführer, Rolf Lemberg. «Es ist ja auch ideal: Man kommt ohne große Kosten ins Büro und muss sich dabei nicht einmal anstrengen.» (Daniela Pegna, AP)