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Betriebsrat sieht Befürchtungen bestätigt: 

Siemens will tausende Mitarbeiter entlassen

08. Jul 2008 12:23, ergänzt 13:23
Zahlreiche Siemens-Mitarbeiter müssen gehen
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Der Konzern will offenbar in fast allen deutschen Werken Arbeitsplätze abbauen. Betroffen seien vor allem das obere und mittlere Management, hieß es – und bestimmte Werke in Bayern.

Der geplante Stellenabbau bei Siemens soll hoch ausfallen. Weltweit will der Konzern 16.750 Jobs streichen, davon 5250 in Deutschland, teilte das Unternehmen mit.

Im Zuge der geplanten Milliarden-Einsparungen in Vertrieb und Verwaltung sollen weltweit bis 2010 rund 12.600 Stellen wegfallen. Die übrigen 4150 Arbeitsplätze seien im Zuge von Restrukturierungsprojekten von den Plänen betroffen. «Die Geschwindigkeit, mit der sich das Geschäft weltweit verändert, hat erheblich zugenommen, wir stellen Siemens darauf ein», sagte Konzernchef Peter Löscher laut Mitteilung.

«Wir sind nicht mit allem einverstanden»

Nach Angaben von Arbeitnehmervertretern fallen damit die Arbeitsplatzverluste «wie befürchtet hoch» aus. «Wir sind nicht mit allem einverstanden, was da vorgestellt wurde», sagte Werner Mönius, der Vorsitzende des Siemens-Europabetriebsrates, anlässlich der Beratungen im Wirtschaftsausschuss des Unternehmens in München.

«Man muss im nächsten Schritt darüber befinden, ob die einzelnen Vorschläge realistisch oder maßlos überzogen sind.» Dabei gelte es, an den einzelnen Standorten zu überprüfen, wo tatsächlich Synergie-Effekte zu heben sind und wo ein Stellenabbau zu mehr Arbeits- und Leistungsdruck führe. Bei einer Sitzung des Gesamtbetriebsrates am 23. Juli werde aus heutiger Sicht entschieden, ob man den verschiedenen Plänen zustimme oder sie ablehne, sagte Mönius.

Jobabbau vor allem in Erlangen und Nürnberg

Nach einer Vorabmeldung der «Süddeutschen Zeitung» wird der Abbau neben München vor allem die Region Erlangen und Nürnberg treffen. Nach einem internen Papier, das der Zeitung vorliege, hätten die Planungen Ende Juni den Abbau von 1290 Arbeitsplätzen allein an den Standorten in Erlangen vorgesehen, 560 Stellen sollten in Nürnberg wegfallen, hieß es. In München seien 880 Arbeitsplätze betroffen.

Die Stellenstreichung bei Siemens treffe dem Papier zufolge fast alle Werke quer durch die ganze Republik: In Hannover sollten 90 Stellen wegfallen, in Berlin 240 und in Hamburg 100. Aber auch an den Standorten Stuttgart, Leipzig, Essen und Düsseldorf würden jeweils zwischen 80 und 170 Arbeitsplätze gestrichen.

«Bringen Sie Ihre Standpunkte ein»

Der Gesamtbetriebsrat will nach den Worten von Mönius am Nachmittag über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Atmosphäre bei den Beratungen im Wirtschaftsausschuss, die am Montag begonnen hatten, beschrieb er zwar als «sehr offen», jedoch in der Sache äußerst schwierig.

Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm hatte die Arbeitnehmervertreter bei den Gesprächen über die Einzelheiten der Pläne informiert. «Er bietet uns die Verhandlungsbasis an und fordert uns offen auf: Bringen Sie Ihre Standpunkte mit ein», sagte Mönius. «Dass wir davon betroffen sind und nicht alles akzeptieren werden, ist auch klar.»

Konzern erhofft sich Synergie-Effekte

Siemens-Chef Peter Löscher hatte mitgeteilt, der Stellenabbau werde vor allem das obere und mittlere Management treffen und von einem Abtragen der «Lehmschicht» gesprochen. Dazu sagte Mönius: «Da sollte man sich nichts vormachen, es sind überwiegend Mitarbeiter betroffen, die dem Tarifkreis angehören. So groß kann der obere Führungskreis gar nicht sein, dass die Masse dort abgebaut wird.»

Auch nach Angaben von Mönius werden die Einschnitte vor allem Franken treffen mit den Standorten Erlangen und Nürnberg. Hier habe Siemens rund 35.000 Beschäftigten, das sei fast ein Drittel aller Beschäftigten des Konzerns in Deutschland, sagte Mönius. «Dass dort Synergie-Effekte auftreten, ist leider eine Selbstverständlichkeit.» (dpa)

 
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