Aber Bergleute sind hartgesotten. «Ich kenne keinen, der weint», sagt Norbert Kesselheim. Der 45-Jährige ist seit 1990 auf Walsum, damals waren Belegschaft und Fördermenge noch doppelt so groß. «Das ist ein schleichender Prozess, da findet man sich mit ab.» Wer nicht auf eine andere Zeche wechselt, für den sucht die RAG DSK fieberhaft nach anderen Arbeitgebern. Manche gehen zum Beispiel zu Thyssenkrupp. «Unsere Jungs sind alle gut ausgebildet. Es ist ja nicht so, dass die mit nacktem Oberkörper und Presslufthammer unter Tage Kohle abbauen», sagt Betriebsrat Hörning. «Das sind Mechatroniker, Schlosser und Elektroniker.»
Ganz arm dran sind jedoch die Bergleute aus Zulieferfirmen, wie Thyssen Schachtbau oder Daniel Heilmann. Sie werden seit Jahr und Tag wie andere Bergleute eingesetzt. «Wir machen aber jetzt mit dem vielen Personal fast alles selber», sagt Hörning. Außerdem gibt es kaum noch Streckenvorbau. Die Aufträge werden weniger. Viele könnten noch vor der Anpassung ihren Job verlieren. (Wolfgang Dahlmann, dpa)