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Markt für Minis: 

Teures Öl fördert kleine Autos

02. Jul 2008 20:43
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Die hohen Benzinpreise zeigen Wirkung: Während immer weniger Spritschleudern angemeldet werden, nimmt die Zahl bei den sparsameren Kleinwagen in Deutschland deutlich zu. Auch amerikanische Käufer reagieren.

Die dramatisch gestiegenen Spritpreise treiben die Nachfrage nach kleinen Autos in die Höhe. Davon profitierten vor allem Smart und Co. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes vom Mittwoch in Flensburg wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 1,63 Millionen Pkw neu zugelassen, 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das Mini-Segment mit kleinen, sparsamen Autos wie Smart und Renault Twingo wies ein Zulassungsplus von 26,8 Prozent auf. Ein ganz anderes Bild bei den größeren Wagen: Die obere Mittelklasse verlor 10,6 Prozent, Sportwagen sogar 14,2 Prozent.

Die vom VW Golf dominierte Kompaktklasse legte um 9,5 Prozent zu und baute ihre Vormachtstellung auf 27,1 Prozent Marktanteil aus. Zu den größten Gewinner nach Zulassungszahlen gehörten im ersten Halbjahr der Smart mit plus 43,1 Prozent.

Pick-Ups sorgen für Verluste bei Ford

Auch in den USA - wo Automarkt-Experten für 2008 das schlechteste seit langem fürchten - sind angesichts hoher Benzinpreise kleinere Autos gefragt. Insgesamt wurden in den USA im Juni rund 1,2 Millionen Wagen verkauft, über 266.000 weniger als im Juni 2007.

Den größten Einbruch unter den US-Herstellern musste die ehemalige Daimler-Tochter Chrysler mit einem Minus von beinahe 36 Prozent hinnehmen. Ford verlor fast 28 Prozent, vor allem wegen der noch immer stark in der Modellpalette vertretenen Pick-Ups und Geländewagen.

Verband fordert mehr Anreize

Die deutschen Hersteller konnten in den USA mit kleineren Autos punkten: Daimler meldete ein Verkaufsplus von 12,9 Prozent, praktisch allein dank des Kleinstwagens Smart, der erst seit Mitte Januar in den USA verkauft wird. BMW war mit dem Mini erfolgreich, verlor aber insgesamt 11 Prozent.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) appellierte an die Politik, noch deutlichere Anreize für die Verbraucher zum Kauf von umweltfreundlichen Neuwagen zu setzten. Die Bürger würden zurzeit nicht sehen, dass sich der Kauf eines abgasärmeren, verbrauchsgünstigeren Pkws lohne, teilte der Verband mit.

Die Zeit relativ günstiger Kleinwagen könnte allerdings bald vorbei sein. Hohe Stahl- und Energiekosten werden die Preise nach Einschätzung des VDA vielleicht schon bald in die Höhe treiben. «Wir sehen die Rohstoffsituation mit Sorge», sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Berlin. Sollte der Trend ungebremst anhalten, würde sich das auch auf die Preise auswirken. Gerade bei Kleinwagen gebe es nur einen geringen Spielraum. (nz/dpa/AP)

 
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