29.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Atomkraft birgt große Risiken, wie etwa der Brand im AKW Krümmel im Jahr 2007 zeigte
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Ins Feld geführt wird ein umstrittenes Argument: Um die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, sei der Bau neuer Atomkraftwerke nötig. Toshiba plant gleich 65 neue Anlagen.
Der Präsident des japanischen Mischkonzerns Toshiba hat den Bau Dutzender neuer Kernkraftwerke weltweit angekündigt. Bis 2015 werde sein Konzern mindestens 33 Atomreaktoren errichten, sagte der Präsident und CEO von Toshiba, Atsutoshi Nishida, dem «Handelsblatt». Bis 2020 würden es schon 65 sein: «Allein auf dem US-Markt winken Aufträge für 31 Reaktoren.» Toshiba hatte im Jahr 2006 den US-Atomkraftwerksbauer Westinghouse übernommen und ist seit vergangenem Jahr Marktführer vor der französischen Areva.
Schon um die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, sei der Bau neuer Atomkraftwerke notwendig, sagte Nishida. «Wir müssen grundsätzlich was ändern, und erste Länder steuern bereits um.» Die Halbierung der Emissionen bis 2050 sei anders gar nicht zu erreichen. «Wir schaffen das nicht allein, indem wir beispielsweise die Industrieproduktion optimieren.»
Kritisch äußerte sich Nishida über den geplanten Abschied Deutschlands von der Atomkraft. «Die Deutschen sollten es sich noch einmal überlegen», sagte er. Von Frankreich ließe sich zwar Atomstrom kaufen, «aber es wäre eine bessere Lösung, selbst Kernkraftwerke weiterzubetreiben». (dpa)