24.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die ersten neuen "Roten" wurden in Berlin eingeweiht
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Stehen Sie mitten in der Stadt und suchen einen Bahnbus? Das wird Ihnen bald leicht gemacht. Die Bahn will ihre Verkehrsmittel in ein einheitliches Verkehrsrot umspritzen.
Die Busse der Deutschen Bahn werden bald wieder in einem einheitlichen Rot durch die Lande fahren. Bis 2010 sollen rund 2600 Fahrzeuge der Bahntochter DB Stadtverkehr in die Signalfarbe «Verkehrsrot» umgespritzt werden, hinzu kommen etwa 1000 neue Busse im selben Design. Die Bahn wolle damit einen «durchgängigen Markenauftritt» schaffen, sagte Vorstandschef Hartmut Mehdorn bei der Enthüllung des ersten roten Busses am Dienstag am Berliner Hauptbahnhof.
Bis etwa 1980 waren die von der Bundesbahn betriebenen Busse in Purpurrot lackiert. Später gab es bei den Regionalgesellschaften diverse Farbvarianten.
Die Bahn will jetzt wieder zu einem einheitlichen Erscheinungsbild zurückkehren, um den Fahrgästen den Verbund von Schiene und Bus deutlich zu machen. Dazu gehört auch der Schriftzug «DB BAHN», der jeweils um den regionalen Namen der Busgesellschaft ergänzt wird.
Zur DB Stadtverkehr zählen 22 Busgesellschaften sowie die S-Bahnen Hamburg und Berlin. Sie befördern täglich rund 3,4 Millionen Fahrgäste, das sind knapp die Hälfte aller Reisenden der Deutschen Bahn. Mit einer Flotte von 4300 eigenen und rund 6000 angemieteten Bussen ist die DB Stadtverkehr das größte Busunternehmen in Deutschland.
Abkürzungen der Regios werden verständlicherDer Geschäftsführer der Stadtverkehr-Bahntochter, die im vergangen Jahr rund 160 Millionen Euro Gewinn einfuhr, Hermann Graf von der Schulenburg versprach den rund 3,4 Millionen täglichen Busfahrgästen, auch die in der Regel schwer merkbaren Abkürzungen der Regionalgesellschaften durch verständliche Wörter beziehungsweise die Langfassung zu ersetzen. «Das werden wir durchsetzen.»
Mehdorn beklagte, dass die Bahn im Nahverkehr in Deutschland vom Kartellrecht an weiteren Expansionen gehindert werde, weil sie als Monopolist gelte. Seiner Ansicht nach bewältigt die gesamte Bahn AG allerdings nur neun Prozent des Verkehrsaufkommens, wenn man den Straßenverkehr als Konkurrenten einbezieht. Deshalb werde auch in anderen Ländern Europas nach Expansionsmöglichkeiten gesucht. In Dänemark gibt es schon eine Auslandstochter, weitere konkrete Angaben machten die Manager nicht. (AP/dpa)