Überraschende Trennung: 

netzeitung.deVorstandschef von ProSiebenSat.1 zappt weg

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De Posch will wegen von Pro7Sat1 (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe De Posch will wegen von Pro7Sat1
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Er sucht eine neue Herausforderung und verlässt deshalb den Konzern. ProSiebenSat1 verliert den Vorstandschef de Posch. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht geklärt.

Der Vorstandschef des TV-Konzerns ProSiebenSat.1, Guillaume de Posch, räumt überraschend seinen Posten. De Posch scheide nach vier Jahren an der Spitze des Unternehmens auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember 2008 aus, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

De Posch begründete seinen Schritt in der Mitteilung damit, nach der Übernahme der skandinavischen Senderkette SBS im vergangenen Jahr eine neue Herausforderung suchen zu wollen. An der Börse wurde die Nachricht mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Nach einem anfänglichen Plus verlor die ProSiebenSat.1-Aktie am Nachmittag 3,5 Prozent auf 7,42 Euro.

In den Vorstand wird dafür Andreas Bartl berufen, der derzeit für das deutschsprachige Fernsehgeschäft verantwortlich ist. Ein neuer Vorstandschef ist allerdings noch nicht gefunden. Aufsichtsratschef Götz Mäuser kündigte in der Mitteilung an, «nun eine fokussierte Suche nach einem Nachfolger einleiten» zu wollen. Götz Mäuser, Aufsichtsratsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, sagte, er habe de Poschs Entscheidung «mit Bedauern zur Kenntnis genommen».

Lange Übergangsphase gewählt
De Posch selbst sagte laut Mitteilung, ProSiebenSat.1 stehe nach der Arbeit der vergangenen Jahre und der Übernahme der skandinavischen Senderkette SBS 2007 auf einer soliden Basis. Ein Sprecher ergänzte auf Anfrage, es sei bewusst eine lange Übergangsphase bis zum Ausscheiden de Poschs gewählt worden. «Es ist Guillaume de Posch ganz wichtig, dass wir einen guten Übergang haben.» Mit möglichen Unstimmigkeiten zwischen de Posch und den Mehrheitseigentümern KKR und Permira habe sein Ausscheiden nichts zu tun.

Der Konzern steckt momentan in einer Phase des Umbruchs. Seit der SBS-Übernahme sitzt ProSiebenSat.1 auf einem Schuldenberg von rund 3,5 Milliarden Euro. Im ersten Quartal lief das Geschäft obendrein nicht rund. Wegen sinkender Werbeeinnahmen und schwacher Quoten auf dem Heimatmarkt war das operative Ergebnis um ein Viertel eingebrochen. Auch der Umsatz ging zurück. De Posch hatte dies unter anderem mit einer Umstellung des Werbezeitenmodells begründet.

Kleinaktionäre kritisieren Dividendenpolitik
Auf der Hauptversammlung des Unternehmens in der vergangenen Woche hatten Kleinaktionäre außerdem die Dividendenpolitik des Unternehmens sowie der Mehrheitseigentümer KKR und Permira kritisiert. Sie hatten moniert, die für 2007 geplante Ausschüttung von rund 270 Millionen sei angesichts eines Gewinns von knapp 90 Millionen Euro überzogen. Aufsichtsratschef Mäuser hatte dies unter anderem mit dem Hinweis auf Sondereffekte und der Versicherung, die Ausschüttung gehe nicht zu Lasten der Substanz, zurückgewiesen. (dpa/epd)