Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Preisanstieg: 

Gaszähler könnten bald durchdrehen

08. Jun 2008 10:11
Wer mit Gas kocht, leistet sich ab Herbst vielleicht einen ziemlichen Luxus
Bild vergrößern
Das Umweltministerium rechnet mit heftigen Mehrkosten für die Kunden. Verantwortlich dafür ist auch die Bindung an den ständig steigenden Ölpreis, der gerade die Rezessionsangst der G8-Energieminister befeuert.

Bisher war von einem Anstieg um 25 Prozent die Rede. Jetzt könnte das Gas noch wesentlich teurer werden, als bisher angenommen, fürchtet man im Umweltministerium. «Über die bereits bekanntgewordenen 25 Prozent hinaus kann es im Herbst noch einmal eine Erhöhung des Gaspreises um bis zu 40 Prozent geben», sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller, der «Welt am Sonntag».

Das liege zum einen an der Koppelung an den Ölpreis, zum anderen an spekulativen Gewinnen. Die Preisbindung von Öl und Gas sei nicht mehr zeitgemäß. Erst am Freitag war der Ölpreis um elf Dollar auf 138,54 Dollar in die Höhe geschossen - mit elf Prozent der höchste Preisanstieg an einem Tag.

«Die Bundesregierung sollte prüfen, ob sie in Abstimmung mit der Europäischen Union eine Strategie zur Entkopplung erarbeitet, damit es zu einer kostengerechten Preisentwicklung kommt, die spekulative Überhöhungen ausschließt», sagte der SPD-Politiker. Müller begleitet in der kommenden Woche mit einer Wirtschaftsdelegation Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Russland. Dort wollen sie über Umwelttechnologien und Rohstoffpartnerschaften sprechen.

«Energieverbrauch senken»

Auch der Energieexperte der SPD-Fraktion, Ulrich Kelber, befürchtet einen weiteren Anstieg des Gaspreises. Die Politik dürfe die Verbraucher mit den Auswirkungen nicht alleinlassen. «Wir müssen uns um eine andere Preisgestaltung kümmern.» Als Beispiele nannte Kelber Sozialtarife für Energie und eine Entfernungspauschale für Geringverdiener. «Vor allem aber müssen wir den Menschen helfen, ihren Energieverbrauch zu senken.»

Während die Gasdiskussion in Deutschland andauert, haben die Energieminister der Gruppe der acht reichsten Industrienationen vor einer Rezession durch die stetig steigenden Ölpreise gewarnt. Auf ihrem Treffen zur Vorbereitung des G-8-Gipfels im kommenden Monat in Japan riefen sie die größten Energieverbraucher der Welt zum schnellen Handeln auf, um einen Abschwung abzuwenden. An dem Treffen nahmen auch Delegationen aus China, Indien und Südkorea teil. «Die Lage bezüglich der Ölpreise wird extrem schwierig», sagte der japanischen Handels- und Energieminister Akira Amari. Sollte das Problem nicht angegangen werden, «könnte dies sehr wohl eine globale Rezession auslösen».

Stagnierende Ölförderung

Am Samstag hatten fünf der größten Ölverbraucher – die USA, China, Japan, Südkorea und Indien – an die Ölförderländer appelliert, ihre Produktion zu erhöhen. Die Ölförderung stagniert seit 2005 bei täglich 85 Millionen Barrel, obwohl die Nachfrage durch den Wirtschaftsboom in China und Indien eine nie da gewesene Dimension erreicht hat. Als der Ölpreis am Freitag nach oben schnellte, gaben die USA einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bekannt. (dpa/AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.