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Streit um Milchpreise: 

Kühe kann man nicht abschalten wie Maschinen

04. Jun 2008 15:23
Es ist derzeit einiges anders in deutschen Ställen
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Die Milchbauern wollen mehr Geld für ihr Produkt. Tilman Steffen fragte, warum sich die Viehhalter im Kampf um die Milchpreise nicht dem Prinzip von Angebot und Nachfrage stellen. Matthias Breitinger antwortet seinem Kollegen.

Lieber Kollege Steffen,

Ihr Interesse an Milch-Speiseeis bei dieser Hitze in allen Ehren, aber so einfach ist die Sache nun doch nicht. Sie gehen von einer marktwirtschaftlichen Betrachtungsweise aus – was richtig ist. In einer Marktwirtschaft wird der Preis durch Angebot und Nachfrage geregelt, so dass in der Theorie der Preis ständig neu gebildet wird.

Im Moment herrscht ein hohes Angebot an Milch auf dem Markt, entsprechend niedriger als vorher ist der Preis. Hinzu kommt ein üblicher Milchzyklus: Während im Herbst eher weniger Milch erzeugt wird, hat die Produktion im Mai ihren Höhepunkt.

Darauf reagieren die Milchbauern nach den Regeln der Marktwirtschaft: Das Gut wird verknappt, also das Angebot verringert – auf das der Preis wieder steigen möge. Nichts anderes ist nämlich das, was derzeit passiert, wenn Bauern ihr Produkt an die Kälber verfüttern, als Dünger auf ihren Äckern verteilen oder wegkippen. Darin unterscheidet sich eben Milch von anderen Produkten.

Eine Firma könnte, um ein Gut zu verknappen, die Produktion kurzfristig einstellen. (Mal davon abgesehen, dass dann teure Maschinen stillstehen würden und Kurzarbeit angesagt wäre.) Die Kühe können aber nicht mit vollem Euter im Stall bleiben. Bleibt also nur: melken und vernichten.

Ihr Matthias Breitinger.

 

Lieber Herr Breitinger, OK, soweit klar. Aber hat denn schon mal jemand gefragt, ob wir zu viele Milchhöfe haben? Die Bauern wollen nun alle einfach so mehr Geld. Klar, jeder Anbieter einer Ware oder Dienstleistung will den maximalen Erlös. Mit dem, was ihnen die Molkereien zahlen, kommen sie nicht auf ihre Kosten, klagen die Milchviehhalter.

Mit welchem Recht fordern sie die Deckung all ihres Aufwandes? Außerhalb planwirtschaftlicher Systeme muss doch jeder kalkulieren, ob er mit dem Verkauf seines Produktes wenigstens die Kosten deckt. Haben die Bauern vielleicht falsch gerechnet? Wer kommt als nächstes und will mehr Geld? Die Hühnerhalter? Die Schweinezüchter?

Fragt Sie Ihr Tilman Steffen.

Matthias Breitinger antwortet seinem Kollegen hier. .

 
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