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Drohung der Molkereien: 

Milchbauern «mit dem Gesetz bekämpfen»

03. Jun 2008 07:23
Der Konflikt um die Milchpreise könnte vor Gericht weitergehen
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Die Milchwirtschaft reagiert panisch auf die Blockaden der Bauern. Sie befürchtet «in zwei Tagen leere Kühlregale». Weil keine Lösung des Konfliktes in Sicht ist, sollen nun die Gerichte eingeschaltet werden. Mit Audio

Die Milchindustrie hat den protestierenden Bauern mit Klagen gedroht. «Die Boykotte sind illegal. Und Illegales muss man mit dem Gesetz bekämpfen», sagte Eberhard Hetzner, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes (MIV), laut der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

Der Verband werde seinen Mitgliedern empfehlen, juristisch gegen Boykotte vorzugehen. Am Montag hatten Milchbauern erstmals auch in Nordrhein-Westfalen fast alle Molkereien blockiert, berichtete die «WAZ». Dauerten die Boykotte an, werde es im größten Bundesland «in zwei Tagen leere Kühlregale» geben, sagte Gerd Krewer, Sprecher der Landesvereinigung Milchwirtschaft NRW, dem Blatt.

Eine blockierte Molkerei in Mecklenburg erstattete bereits Anzeige gegen Milchbauern. Sie wirft den Bauern Nötigung und schwere Eingriffe in den Straßenverkehr vor, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin bestätigte. Ärger droht den Milchbauern auch vonseiten des Bundeskartellamts. Es prüft, ob der Boykottaufruf rechtswidrig ist.

Ehrmann mus Produktion einstellen

Die Großmolkerei Ehrmann muss nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung bereits heute die Produktion einstellen, sollte die Zufahrtswege zu beiden Werke weiter blockiert werden. Sogar Produkte wie Joghurt und Quark könnten zum Wochenende knapp werden, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Geschäftsführung.

Michael Brandl, Geschäftsführer des Milchindustrieverbandes:

«Jetzt muss einzeln verhandelt werden», sagte ein Sprecher des Deutschen Bauernverbandes am Montagabend nach einem Gespräch der Bauernverbände mit dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Köln. «Die Situation ist klar. Die Molkereien müssen jetzt auf die einzelnen Handelsunternehmen zugehen.»

Über das Spitzentreffen der Verbände in Köln wollte Lohse keine Einzelheiten bekanntgeben. «Das Gespräch war konstruktiv.» Seit vergangenem Dienstag protestieren deutsche Bauern mit einem Lieferboykott gegen aus ihrer Sicht zu niedrige Milchpreise. Die Landwirte fordern bundesweit einen Literpreis von 43 Cent. Derzeit werden je nach Region zwischen 27 und 35 Cent gezahlt.

Der Kampf der Milchbauern für höhere Preise hatte sich zuvor weiter zugespitzt: Am Montag blockierten wütende Landwirte zahlreiche Großmolkereien und verhinderten so die Anlieferung der Rohmilch und die Auslieferung von Frischmilch, Käse und Quark. Polizisten räumten Straßensperren.

Kleiner Erfolg der Schweizer Milchbauern

Die Schweizer Milchproduzenten haben mit ihren Protesten eine Preiserhöhung durchgesetzt: Zum 1. Juli erhalten sie pro Kilo Milch sechs Rappen (knapp vier Cent) mehr. Diesen Kompromiss handelte der Verband Schweizer Milchproduzenten (SMP) in der Nacht zum Dienstag mit den Molkereien aus, wie der Verband mitteilte.

Dieser Preis gelte fest für sechs Monate. Der Verband rief die Milchbauern dazu auf, das Verhandlungsergebnis anzuerkennen und den Milchstreik sofort zu beenden. Nach Darstellung des Verbands SMP hat die Streikorganisation BIG-M dieses Verhandlungsergebnis akzeptiert und zugesichert, den Streik sofort abzubrechen. BIG-M hatte eine Erhöhung des Milchpreises um zehn Rappen (gut sechs Cent) gefordert. (AP/dpa)

 
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