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Spitzelaffäre bei der Telekom: 

Auch Bankdaten wurden angeblich ausgespäht

29. Mai 2008 22:12
Unersättlich scheinen die T-Spitzel gewesen zu sein
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Journalisten, die über die Telekom berichteten, wurden möglicherweise mit allen Mitteln beobachtet. Nicht nur, dass ihre Anrufe abgehört wurden, auch ihre Konten waren von Interesse der T-Spitzel.

Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom könnte nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» weiter gehen als bisher bekannt. Wie das Blatt in seiner Freitagausgabe schreibt, sollen auch Bankdaten von Journalisten und Aufsichtsräten ausgespäht worden sein.

Demnach sollen zudem mit einer speziellen Software Bewegungsprofile einzelner Personen erstellt worden sein. Der Bonner Staatsanwalt Fred Apostel bestätigte am Donnerstagabend, derartige Hinweise von einer Berliner Sicherheitsfirma bekommen zu haben. Diese würden jetzt geprüft. Die Deutsche Telekom gab unter Verweis auf die Ermittlungen keine Stellungnahme ab.

Schäuble schaltet sich ein

Innenminister Wolfgang Schäuble will in der kommenden Woche mit den Chefs deutscher Telekommunikationsunternehmen sprechen. Dabei gehe es um den verantwortungsvollen Umgang mit Daten, sagte eine Sprecherin seines Ministeriums. Für die Telekom wird nach Unternehmensangaben Vorstandschef René Obermann teilnehmen.

Das Treffen bei Schäuble findet nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» am Montag statt. «Uns geht es darum, die Bedeutung des Datenschutzes in Unternehmen zu stärken», wurde aus der Einladung des CDU-Politikers zitiert.

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt wegen der Ausspähung gegen mehrere Personen, darunter den früheren Konzernchef Kai-Uwe Ricke und den ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Am Donnerstag wurden deswegen bundesweit Büros durchsucht, darunter auch von der Mobilfunktochter T-Mobile, wie Apostel bestätigte.

Unterdessen bestritt der damalige Telekom-Chef Ron Sommer Kenntnisse einer Spitzelaktion im Jahr 2000. Der «Financial Times Deutschland» sagte er: «Ich hätte derartige Praktiken nie akzeptiert.» Das gelte auch für den gesamten Vorstand und Aufsichtsrat. Die Zeitung hatte zuvor berichtet, schon im Jahr 2000 sei einer ihrer Reporter im Auftrag der Telekom durch eine von Ex-DDR-Geheimdienstlern geführte Wirtschaftsdetektei ausgespäht worden. (AP)

 
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