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Bochumer Nokia-Werk beerdigt

16. Mai 2008 15:24
Pforten geschlossen: Nokia-Werk in Bochum
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Rund 2000 Nokia-Beschäftigte haben das Werk, für dessen Erhalt sie monatelang kämpften, zum letzten Mal betreten und ihre Trauer nicht verborgen. Bis Ende Juni soll der Standort abgewickelt werden.

Bochums Nokia-Beschäftigte haben den weltweit beachteten Kampf um ihre Jobs endgültig verloren. Die Mehrzahl der 2300 Mitarbeiter in der Ruhrgebietsstadt durchschritt am Freitag zum letzten Mal das Werkstor.

«Im Januar ist das Werk gestorben, heute war die Beerdigung», sagte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach mit Tränen in den Augen. Die meisten Angestellten erhielten am Freitag ihr Freistellungsschreiben, dem die Kündigung folgen wird. Nokia verlagert die Handy-Produktion aus Kostengründen nach Komárom (Ungarn) und in ein neu errichtetes Werk in Cluj (Rumänien).

Rund 150 Beschäftigte sollen laut Betriebsrat bis Ende Juni die Produktionsstätte abwickeln. Die Bestückerin Kristina Lau berichtete, am Freitagmorgen seien die letzten 30 Telefone montiert worden. Timo Elonen, einer der beiden Geschäftsführer des Werks, habe ein Foto der letzten Handys aus Bochum gemacht.

Bei einer Betriebsversammlung soll am 8. Juni die Transfergesellschaft für die Beschäftigten vorgestellt werden. «Das darf keine Gesellschaft sein, die nur wartet und nichts tut», sagte Achenbach, «neben der Suche nach Investoren für das Werksgelände sollen die Kollegen für neue Jobs weitergebildet werden.» Laut Betriebsrat Frank Schubert haben bislang nur rund 120 Mitarbeiter neue Jobs gefunden, unter ihnen vor allem besser bezahlte Spezialisten.

Am 15. Januar war das Aus für das Werk bekanntgeworden. Monatelang hatten die Mitarbeiter mit Großdemonstrationen, spektakulären Aktionen und Gegenvorschlägen gegen die Schließung gekämpft. Im April einigten sich der Betriebsrat und das Nokia-Management auf einen Sozialplan mit Abfindungen von mehr als 185 Millionen Euro. Der offizielle Schließungstermin für das Werk ist der 30. Juni. (nz/dpa)

 
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