Integrationskosten belasten Ergebnis:
Tui wagt optimistische Prognose
15. Mai 2008 13:40
 |  Das Reise-Geschäft läuft gut bei Tui | Foto: dpa |
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Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui sieht sich in seiner Touristik-Strategie bestätigt. In der Branche seien Verluste im ersten Vierteljahr normal. Andere Zahlen deuten auf eine verbesserte Ausgangslage für die Hannoveraner.
Der Tui-Konzern hat sich trotz eines höheren Verlusts im ersten Quartal für das Gesamtjahr optimistisch gezeigt. Der Umsatz soll auf bis zu 26 Milliarden Euro wachsen, sowohl die Touristik als auch die Schifffahrt sollen ihre Gewinne steigern, hieß es.
Im ersten Quartal stieg der Konzernverlust im Vergleich zum Vorjahresquartal allerdings von 105,0 auf 278,1 Millionen Euro. Der Konzernumsatz legte wie bereits zuvor verkündet von 4,094 auf 5,088 Milliarden Euro zu.
Integrationskosten belasten Ergebnis
Vor allem Integrationskosten bei der britischen Touristiktochter Tui Travel drückten auf das Ergebnis. Diese belaufen sich dem Konzern zufolge auf 69 Millionen Euro. Tui hält 51 Prozent der Stimmrechte an Tui Travel. Zudem fehlten im Jahresvergleich die Sondereinnahmen des Vorjahresquartals in Höhe von 181 Millionen Euro. Damals hatte sich Tui vom Containerterminal in Montreal und einer Beteiligung am Germanischen Lloyd getrennt.
Verluste im ersten Quartal normal
Eine Ursache für den Verlust ist auch, dass das erste Quartal bei Reiseveranstaltern saisonbedingt oft negativ ausfällt. Der Konzern muss in dieser Zeit Vorleistungen für die Reisesaison im Sommer erbringen. Durch die nach der Fusion der Tui-Sparte mit dem britischen Anbieter First Choice stieg auch das Minus. M.M. Warburg-Analyst Eggert Kuls sprach von einem «starken Start in das Geschäftsjahr 2008». Die Tourismus-Sparte habe sich bemerkenswert verbessert. Merck-Finck-Analyst Robert Heberger hob hervor, dass Tui wie erwartet die Containersparte Hapag-Lloyd zum ersten Mal als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen habe. Das deute darauf hin, dass die geplante Abspaltung tatsächlich durchgeführt werde. Heberger rechnet mit diesem Schritt bereits im zweiten Halbjahr. Die Zahlen selbst hätten keine große Überraschung gebracht, sagte er.
Gebuchte Umsätze liegen über Vorjahreswert
Von der Geschäftsentwicklung sieht sich der Vorstand in seiner Strategie, ganz auf den Tourismus zu setzen, bestätigt. Während die Zahl der Gäste für den Sommer nach derzeitigem Stand unverändert sei, lägen die gebuchten Umsätze derzeit um vier Prozent über den Werten des Vorjahres. Da man die Kapazität im Pauschalreisegeschäft verringert habe, führe das zu einer verbesserten Auslastung und höheren Margen. Im Winter 2007/08 habe der gebuchte Umsatz den Vorjahreswert um fünf Prozent übertroffen.
Keine Einschätzung zum Marktwert der Schifffahrtssparte
Zum erwarteten Marktwert von Hapag-Lloyd wollte sich Finanzvorstand in einer Telefonkonferenz mit Analysten nicht äußern. Die Vermögenswerte der Containerschifffahrtstochter beliefen sich auf 2 bis 2,5 Milliarden Euro, sagte er. Wegen der geplanten Abspaltung der Containerschifffahrt vom Konzern hat sich Tui zudem eine neue Berichtsstruktur verordnet. Die Kreuzfahrten, die bisher zur Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd zählten, werden nun in der Touristik geführt. Die Containerschifffahrt gilt als aufgegebener Geschäftsbereich. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Umsatz der fortzuführenden Bereiche wächst
Der Umsatz der fortzuführenden Bereiche wuchs von 2,67 auf 3,64 Milliarden Euro. Zu diesem Anstieg trug wesentlich die Fusion der Tui-Touristik mit First Choice bei. Ohne die im Vorjahr noch nicht enthaltenen Anteile von First Choice legte der Umsatz um 2,3 Prozent zu.Die fortzuführenden Geschäftsbereiche, zu denen neben der Touristik noch die Konzernzentrale gehört, wiesen ein Ebita von minus 298 Millionen Euro aus nach minus 222 Millionen ein Jahr zuvor.
Containerschifffahrt legt zu
Die Containerschifffahrt blieb mit einer Million Euro Gewinn gerade noch in den schwarzen Zahlen. Im Vorjahr hatten hier 137 Millionen Euro Gewinn gestanden. us der Fusion mit der Reederei CP Ships rechnet Finanzvorstand Feuerhake in diesem Jahr mit Synergieeffekten in Höhe von 220 Millionen Euro. Im Vorjahr hätten sie 170 Millionen Euro betragen. (dpa)