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Hauptversammlung: 

Commerzbank will mit neuer Spitze expandieren

15. Mai 2008 12:44
Klaus-Peter Müller (r.) und Martin Blessing
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Die zweitgrößte deutsche Bank will ihre Kasse für mögliche Übernahmen füllen: Die Aktionäre sollen auf der Hauptversammlung Kapitalerhöhungen billigen. Angesichts der Finanzmarktkrise wagt der scheidende Bankchef Müller aber keine Prognose.

Mit einer neuen Führungsriege will die Commerzbank mitten in der anhaltenden Finanzkrise ihre Rolle im deutschen Bankenmarkt stärken. «Wir wollen bei einer Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft im Interesse unserer Aktionäre eine aktive Rolle spielen», sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Müller bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt. Nach der Hauptversammlung will der 63-Jährige die Geschäfte an seinen 44-jährigen Vorstandskollegen Martin Blessing übergeben.

Müller soll in den Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Bank gewählt werden und wird aller Voraussicht nach neuer Vorsitzender des Gremiums. Der bisherige Aufsichtsratschef Martin Kohlhaussen (72) räumt den Posten aus Altersgründen mit Ablauf der Hauptversammlung. Kohlhaussen verteidigte die geplante Wahl Müllers an die Spitze des Kontrollgremiums. Die hoch regulierte Bankenbranche brauche mehr denn je Fachleute – auch in ihren Aufsichtsgremien.

Aktionäre sollen Kapitalerhöhungen zulassen

Müller sagte in seiner Rede, die Commerzbank sei gut gerüstet für kommende Herausforderungen. «Es bleibt unser Ziel und unsere Herausforderung, die Commerzbank zur echten Nummer eins auf dem deutschen Bankenmarkt zu machen.» Für mögliche Übernahmen will die Bank ihre Kassen kräftig füllen. Die Aktionäre sollen die Ermächtigung zu Kapitalerhöhungen erteilen, die sich zusammengerechnet auf bis zu zehn Milliarden Euro belaufen können.

«Um bei Transaktionen im Zuge einer möglichen Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft Chancen für unsere Aktionäre nutzen zu können, benötigen wir erweiterte Kapitaloptionen», sagte Müller. Bei den Kapitalmaßnahmen handele es sich um reine Vorratsbeschlüsse, um flexibles Handeln zu ermöglichen. «Wir müssen optimal vorbereitet sein, um die Möglichkeiten nutzen zu können, die sich in Zukunft bieten.» Dabei habe Preisdisziplin höchste Priorität, versicherte der Manager den Aktionären.

Die Commerzbank habe in der Vergangenheit Sondierungsgespräche geführt und werde dies auch in Zukunft tun. Konkrete Ergebnisse gebe es aber nicht. Das Institut hat ebenso wie die Deutsche Bank Interesse an einer Übernahme der Postbank signalisiert. Allerdings bleibe das Umfeld schwierig: Die «große Unbekannte» der nächsten Monate blieben weitere Folgen aus den Turbulenzen am Markt für faule Kredite, sagte Müller.

Gewinneinbruch zum Jahresstart

Wie schon bei der Vorlage bei den Zahlen zum ersten Quartal wollte er aber keine genaue Prognose für das Gesamtjahr abgeben. «Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen.» Im vergangenen Jahr hatte das Institut trotz der Krise einen Rekordgewinn von 1,92 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Im ersten Quartal 2008 war der Konzernüberschuss um 54 Prozent auf 280 Millionen Euro eingebrochen, hauptsächlich infolge neuer Abschreibungen auf minderwertige US-Immobilienkredite von insgesamt 244 Millionen Euro. Damit stand die Bank allerdings deutlich besser da als viele Konkurrenten, die teils tiefrote Zahlen berichten mussten. (dpa-AFX/AP)

 
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