15. Mai 2008 09:52
Der Bund tut sich bei der Suche nach potenziellen Käufern der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB schwer. Zwei als Interessenten gehandelte Unternehmen wollen nun offenbar doch kein Angebot unterbreiten.
Die BayernLB werde bis Freitag kein sogenanntes erhärtetes Angebot abgeben, hieß es. JC Flowers habe sich bereits vor einiger Zeit gegen ein Gebot in dieser Phase entschieden, sei aus Finanzkreisen verlautet. Eine Offerte der Privatbank Sal. Oppenheim, die fünf Prozent an der IKB hält, gelte ebenfalls als höchst unwahrscheinlich.Die staatliche KfW als größter Aktionär der IKB äußerte sich nicht zu einzelnen Bietern. Der Verkaufsprozess gehe planmäßig weiter, sagte ein Sprecher lediglich. Auch JC Flowers, BayernLB und Sal. Oppenheim nahmen nicht offiziell Stellung.
«Der Prozess ist mausetot», zitiert das Blatt Frankfurter Investmentbanker. Das liege vor allem am Verkaufspreis von 800 Millionen Euro, der viel zu hoch gegriffen sei. «Die letzten Angebote beliefen sich über 300 bis 500 Millionen Euro für die ganze Bank einschließlich kompletter Risikoabschirmung», wird ein Insider zitiert.Da aber neuerliche Abschreibungen der IKB wahrscheinlich seien, könne der Wert nur sinken – aber keineswegs 800 Millionen Euro betragen. Daher sei gut denkbar, dass das Verkaufsverfahren unmittelbar abgebrochen werde, sofern der angepeilte Erlös nicht erzielbar sei. Dann bliebe die IKB im Besitz der KfW, was einer Verstaatlichung gleichkäme.