Entschädigungsklage zugelassen: 

netzeitung.deApartheids-Opfer wollen Milliarden von Firmen

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Apartheid-Museum Johannesburg: Unten spezielle Ausweise (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Apartheid-Museum Johannesburg: Unten spezielle Ausweise
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Opfer der südafrikanischen Apartheid-Politik verklagen Dutzende Firmen, weil sie die einstigen Regierungen am Kap unterstützt hätten. Auch deutsche Unternehmen sind betroffen.

Das Oberste US-Gericht hat eine milliardenschwere Klage gegen internationale Unternehmen zugelassen, die mit dem einstigen Apartheid-Regime in Südafrika Geschäfte machten. Opfer der Rassentrennung wollen rund drei Dutzend Firmen zur Zahlung von bis zu 400 Milliarden US-Dollar zweingen, umgerechnet rund 258 Milliarden Euro.

Unter den Unternehmen sind auch die deutschen Unternehmen Daimler, Deutsche Bank, Commerzbank, die Allianz-Tochter Dresdner Bank, AEG Daimler Benz Industries und der Rüstungskonzern Rheinmetall. Auch die US-Konzerne Ford, General Motors, Chevron Texaco, Exxonmobil, IBM und Citigroup gehören zu den Beklagten.

Die Kläger argumentieren, die Firmen hätten mit ihren Geschäftsbeziehungen die offizielle Apartheid-Politik in Südafrika zwischen 1948 und 1994 unterstützt. Auf der Seite einer Anwaltskanzlei heißt es etwa, IBM und ICL hätten die Computer geliefert, die Südafrika in die Lage versetzt, ein Ausweissystem zu schaffen, mit dem die afrikanische Bevölkerung habe kontrolliert werden können.

Zuviele Richter erklärten sich für befangen
Das Oberste Gericht musste der Entscheidung einer unteren US-Instanz vom Oktober 2007 folgen, nachdem sich nicht die nötige Mindestzahl von sechs Richtern für eine Beratung des Falls gefunden hatte. Vier der neun Mitglieder des Supreme Courts hatten sich für befangen erklärt, weil sie entweder Aktien der betroffenen Firmen besitzen oder Familienmitglieder dort arbeiten.

Nun nimmt die Justiz ihren Lauf, obwohl die Regierung in Washington, die jetzige Regierung in Johannesburg und auch Wirtschaftsvertreter darauf gedrungen hatten, dass das Oberste Gericht eingreife und die Klage stoppen möge. (nz/dpa)

Die beklagten Unternehmen:


  • Barclay National Bank Ltd.

  • British Petroleum, PLC

  • Chevrontexaco Corporation

  • Chevrontexaco Global Energy, Inc.

  • Citigroup, Inc.

  • Commerzbank

  • Credit Suisse Group

  • Daimlerchrysler AG

  • Deutsche Bank AG

  • Dresdner Bank AG

  • Exxonmobil Corporation

  • Ford Motor Company

  • Fujitsu, Ltd.,

  • General Motors Corporations

  • International Business Machines Corp.,

  • J.P. Morgan Chase

  • Shell Oil Company

  • UBS AG

  • AEG Daimler-Benz Industrie

  • Fluor Corporation

  • Rheinmetall Group
  • ´
  • Rio Tinto Group

  • Total-Fina-Elf