13. Mai 2008 09:29, ergänzt 11:12
Weil er sich falsch informiert fühlte, hat der saudi-arabische Milliardär Al Jaber die Verhandlungen mit der Fluggesellschaft abgebrochen. Die nannte seine Forderungen «unerfüllbar». Jetzt suchen die Österreicher nach Alternativen.
Al Jaber, der in Wien mehrere Luxushotels besitzt, hatte sein Angebot Anfang Mai zurückgezogen, nachdem Netto-Verluste der AUA in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro im ersten Quartal 2008 bekannt geworden waren. Unmittelbar danach war der Kurs der AUA-Aktie von 7,10 Euro auf 4,20 Euro gefallen. Al Jaber sagte, er sei bei den Vertragsverhandlungen über die wahre Lage der AUA getäuscht worden.Die AUA besteht bisher allerdings auf Vertragserfüllung durch den Saudi mit österreichischem Pass. Der AUA-Vorstandsvorsitzende Alfred Ötsch hat inzwischen erkennen lassen, dass sich die österreichische Fluggesellschaft nach einem «strategischen Partner» umsehen werde, falls das Geschäft mit al Jaber scheitert.
Erster Kandidat für diese Partnerschaft ist nach Medienberichten die Lufthansa. Der österreichische Verkehrsminister Werner Faymann hatte sich allerdings gegen einen möglichen Einstieg der deutschen Airline ausgesprochen. Eine Partnerschaft mit der Lufthansa sei ganz sicher eine Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Österreich, hatte Faymann der Zeitung «Österreich» gesagt. «Die AUA muss unbedingt österreichisch bleiben», sagte er. (dpa)