13.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ötsch besteht auf Vertragserfüllung Jabers
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Weil er sich falsch informiert fühlte, hat der saudi-arabische Milliardär Al Jaber die Verhandlungen mit der Fluggesellschaft abgebrochen. Die nannte seine Forderungen «unerfüllbar». Jetzt suchen die Österreicher nach Alternativen.
Der geplante Einstieg des saudi-arabischen Milliardärs Mohammed al Jaber bei der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) findet nicht statt. Die staatliche Österreichische Industrie-Holding (ÖIAG), die 42 Prozent der AUA- Aktien hält, teilte am späten Montagabend mit, Gespräche mit dem Geschäftsmann, der sich im April verpflichtet hatte, 150 Millionen Euro für ein Aktienpaket von 20 Prozent an der Fluggesellschaft zu investieren, seien abgebrochen worden. Al Jaber habe unerfüllbare Forderungen gestellt. Bis zum 21. Mai könnte sich Al Jaber doch noch umentscheiden, sagte eine Sprecherin von Austrian Airlines (AUA) am Dienstag der Financial Times Deutschland.
Al Jaber, der in Wien mehrere Luxushotels besitzt, hatte sein Angebot Anfang Mai zurückgezogen, nachdem Netto-Verluste der AUA in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro im ersten Quartal 2008 bekannt geworden waren. Unmittelbar danach war der Kurs der AUA-Aktie von 7,10 Euro auf 4,20 Euro gefallen. Al Jaber sagte, er sei bei den Vertragsverhandlungen über die wahre Lage der AUA getäuscht worden.
Die AUA besteht bisher allerdings auf Vertragserfüllung durch den Saudi mit österreichischem Pass. Der AUA-Vorstandsvorsitzende Alfred Ötsch hat inzwischen erkennen lassen, dass sich die österreichische Fluggesellschaft nach einem «strategischen Partner» umsehen werde, falls das Geschäft mit al Jaber scheitert.
Erster Kandidat für diese Partnerschaft ist nach Medienberichten die Lufthansa. Der österreichische Verkehrsminister Werner Faymann hatte sich allerdings gegen einen möglichen Einstieg der deutschen Airline ausgesprochen. Eine Partnerschaft mit der Lufthansa sei ganz sicher eine Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Österreich, hatte Faymann der Zeitung «Österreich» gesagt. «Die AUA muss unbedingt österreichisch bleiben», sagte er. (dpa)